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Neuntes Capitel. Zink.
schelien, dass man die erste Probe überstürzt, und es ist anzurathen, dieZinklösuug zu 300 CG. zu verdünnen und zu einer Fällung jedesmal100 CC. herauszuziehen.
Alle anderen Metalloxyde, ausser Eisenoxyd, werden ebenfalls vondem Kaliumeisencyanid gefällt und müssen vorher entfernt sein. BeiZinkerzen kommen dieselben übrigens so selten vor, dass man kaumdarauf Rücksicht zu nehmen hat. Blei kann durch schwefelsaures Natrongefällt werden, Kupfer kann durch metallisches Eisen gefällt und dasgebildete Eisenoxydul mit doppelt-chromsaurem Kali oxydirt werden.Man darf das Eisenoxydul nicht durch übermangansaures Kali oxydiren,da das gebildete Manganoxydulsalz gerade wie das Zink gefällt wird.
b) Mit Schwefelnatrium nach Schaffner.
Das Zink wird in eine ammoniakalische Lösung gebracht und mitSchwefelnatrium, durch Einleiten von Schwefelwasserstoffgas in Aetz-natron bereitet, gefällt. Es ist jedoch unmöglich, direct das Ende derFällung zu sehen, weil keine Farbe verschwindet, wie bei der Kupfer-lösung, weil der Niederschlag sich erst nach einiger Zeit absetzt, undendlich weil das neugebildete weisse Schwefelzink sehr durchsichtig istund schwer zu erkennen ist. Es werden deshalb der ammoniakalischenZinklösung 4 Tropfen Eisenchlorid zugesetzt, die zunächst als gelbesEisenoxyd gefällt werden. Beim Zusatz der Schwefelnatriumlösung ausder Bürette soll so lange Schwefelzink gefällt werden, als Zink in derLösung ist und der Eisenniederschlag mit seiner gelben Farbe erscheint.Sobald ein Ueberschuss von Schwefelnatrium eintritt, wird das Eisenoxydin schwarzes Schwefeleisen verwandelt, und damit wäre die Operationbeendigt.
Bei den dieserhalb angestellten Versuchen fand ich jedoch denUebergang der Farbe des Eisenoxyds in Schwarz äusserst langsam vorsich gehend, und bei einigermaassen bedeutenden Zinkmengen wird derschwarze Schwefeleisenniederschlag so durch das Schwefelzink umhüllt,dass man über das Ende der Operation innerhalb weiter Grenzen un-sicher ist. Bis zu quantitativen Bestimmungen bin ich mit dieser Methodenicht gekommen, weil jeder analytischen Prüfung dieser Art die Ermit-telung der Erscheinung zur Beurtheilung des Endes der Operation vor-angehen muss. Ohne Umschütteln ist keine vollständige Fällung mög-lich, und hat man einmal beide Niederschläge vermischt, so trennen siesich nachher nicht wieder. Wenn die Reaction richtig wäre, so müsstegefälltes Schwefeleisen von zugesetzter ammoniakalischer Zinklösungwieder in Eisenoxyd verwandelt werden. Dies geschieht aber nicht,und es ist deshalb anzunehmen, dass örtlich gebildetes Schwefeleisen,bevor noch alles Zink gefällt ist, nicht wieder in Eisenoxyd überge-führt wird.
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