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Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
Anwendung von Eisenoxydulsalzen statt des Chlorids gab dieselbenErscheinungen.
Ich versuchte nun, das Zink mit Ueberschuss von Schwefelnatriumzu fällen und diesen Ueberschuss mit Jodlösung zu bestimmen. Estraten dabei wieder alle die Schwierigkeiten ein, welche im ersten TheileSeite 302 bei der Bestimmung des Schwefelwasserstoffs beschriebenwurden. Auch lag in dieser Methode noch eine neue Fehlerquelle.Schwefelnatrium bildet durch Oxydation an der Luft unterschwefligsau-res Natron; dieses wird von Jodlösung gemessen, während es das Zinknicht fällt. Es würde also ein Körper in Abzug gebracht werden, dergar nicht zur Wirkung kommen konnte.
Endlich versuchte ich nach einer Andeutung von Kieffer denSchwe-felzinkniedersehlag unter Zusatz von Stärke mit Jodlösung zu bestimmen.Ist das Schwefelzink bloss in Wasser aufgeschlämmt, so wirkt die Jodlö-sung gar nicht, indem sich sogleich Jodstärke bildet. Setzt man Säure] zu,so kann man das Verriechen von Schwefelwasserstoff nicht verhindern,und es treten dieselben Unbestimmtheiten ein, die eben erwähnt wurden.Wir haben demnach für lösliche und unlösliche Schwefelverbindungen nochgar keine directe maassanalytische Methode, und es bleibt immer die Noth-wendigkeit vorliegend, die Schwefelverbindung durch irgend eine Zer-setzung in eine äquivalente Sauerstoffverbindung zu verwandeln, diesich zur Maassanalyse eignet. Dies ist auch bereits dreimal im erstenTheile vorgekommen, nämlich bei der Zinkbestimmung von Schwarz(S. 231), wo Schwefelzink in eine Äquivalente Menge Eisenchlorür oderSulphat verwandelt wurde, und bei der Bestimmung des Schwefelwas-serstoffs durch Fällung mit arseniger Säure und Messung der nicht ge-fällten arsenigen Säure (Thl. I, S. 303), und jener durch Eisenchloridund Chamäleon (Thl. I, S. 229). So ist denn auch die Methode vonSchwarz zur Bestimmung des Zinkes die einzige directe und tastfreieMethode zu dieser Analyse. Das Bestreben, kurze und leicht ausführ-bare Methoden für Techniker anzugeben, ist zu billigen, jedoch demsel-ben nicht auf Kosten der Genauigkeit und Zuverlässigkeit nachzuhän-gen. Wozu dient die leichteste und kürzeste Methode, wenn sie keinesichere Kesultate giebt; sie ist ein reiner Zeitverlust und führt zu fal-schen Schlüssen. Die Methode von Schwarz ist auch nicht so ganzumständlich, als man gewöhnlich glaubt, wenn man sich darauf einge-richtet hat. Sie erlaubt nebeneinander 6 und 8 Analysen fast in der-selben Zeit, wie eine einzige zu machen. Zu diesem Zwecke muss mandie passenden Gefässe, Trichter, gefaltete Filter aus gutem Papier ingenügender Menge vorräthig haben.
Es dürfte passend erscheinen, diejenigen Modificationen dieser Ana-lyse, welche zu der früher (Thl. I, S. 232) beschriebenen hinzugekom-men sind oder von derselben ab weichen, hier zu beschreiben. Nach-dem man das geglühte fein gepulverte Erz mit reinem und kohlen-saurem Ammoniak ausgezogen hat, fällt man den Auszug mit Schwe-