Scehszehntes Capitel. Harnstoff. 90
Spur einer gelben Färbung erscheint, ist die Operation beendigt. Umhierbei die richtige Stärke derReaction zu erkennen, wägt man 0,1 Grm.reinen Harnstoff ab, löst in 10 CC. Wasser und setzt 10 CC. Quecksilber-lösung hinzu. Jetzt giesst man eine Probe auf ein Uhrglas, und bringtzwei Tropfen kohlensaure Natronlösung hinzu. Dieselbe Erscheinung,die jetzt eintritt, muss man auch bei Versuchen mit unbekannten Mengenhervorzubringen suchen.
Fig. 12.
Zum Eintröpfeln des kohlensauren Natrons bedient man sich derschon früher beschriebenen Pipette mit Kautschukbeutel, Fig. 12, welchebeim leisesten Drucke eine beliebige Menge der Flüssigkeit ausfliessen lässt.Die gleichzeitige Berücksichtigung anderer, störender Stoffe, wie
Phosphorsäure und Kochsalz, wird impraktischen Theile unter der Harnanalyseberührt werden.
Versuche, diese Methode zu verbes-sern, haben mir keine erfolgreiche Re-sultate gegeben.
Zunächst glaubte ich durch Darstel-lung eines neutralen salpetersauren Queck-silberoxyds dem Ziele in der Art näherzu kommen, dass eben nur der Harnstoffausgefällt würde. Man hätte alsdannnach Abklärung der Flüssigkeit zu prü-fen gehabt, ob ein Zusatz von Queck-silbersalz noch eine neue Fällung gebeoder nicht. Ein solches neutrales sal-petersaures Quecksilberoxyd erhält manals Doppelsalz mit salpetersaurem Kali.Da sich jedoch das Salz nicht ohne Trü-bung löste, so war die Lösung selbstwieder sauer geworden. Und da ausser-dem der Harnstoffniederschlag auf 4 At. Quecksilberoxyd nur 1 At. Sal-petersäure enthielt, so mussten in jedem Falle 3 At. Salpetersäure aus-treten. Es war also auf diesem Wege nichts zu erreichen.
Kohlensaures Natron.
Ein zweiter Versuch ging dahin, den Harnstoff vollkommen mitQuecksilbersalz zu fällen, um nach einer Filtration im Niederschlageden Gehalt an Quecksilberoxyd zu bestimmen. Der salpetersaure Queck-silberoxyd-Harnstoffniederschlag ist in Jodkalium löslich, in Kochsalz abernicht. Durch Jodkalium wird er erst gelb gefärbt, dann röther, bis sichQuecksilberjodid gebildet hat, und dieses sollte sich in derselben MengeJodkalium, durch welche es entstanden ist, lösen. Es wäre alsdann dieverbrauchte Menge Jodkalium ein Maass des Quecksilberoxyds und somitdes Harnstoffs. Allein das Verhalten zeigte sich nicht exact. In ver-dünnten Flüssigkeiten löste sich das Quecksilberjodid gar nicht mehr,