110 Fünfter Abschnitt. Zusammenstellung u. Vergleichung der Parallel-Methoden.
1) 0,18347
2) 0,1862
3) 0,183
4) 0,1833
und daraus das Mittel 0,1845 gefunden.
Diese Zahl weicht noch merkbar von der theoretischen ab, und beweist,dass der Niederschlag nicht ganz die vorausgesetzte Zusammensetzunggleicher Atome habe, welches auch aus einer früheren Erfahrung ge-schlossen werden konnte, dass gleiche Atome salpetersaures Bleioxyd undneutrales chromsaures Kali genau abgewogen, einzeln gelöst und rasch ver-einigt, nach dem Absetzen des Niederschlages eine stark gelbe Flüssigkeitbilden. Ich bin hier leider im Widerspruch mit Schwarz und Frese-nius, welcher letztere die gewichtsanalytischen Resultate, die sich auf diesesVerfahren gründen, genau nennt (s. Anleitung zur quantit. Analys. 3-Aufl.S. 183). Es genügen die beschriebenen beiden Methoden entfernt nichtden Anforderungen, welche man an eine gute quantitative Bestimmungmachen kann. Die Ursache des Fehlers liegt darin, dass das Blei nichtselbst, sondern ein anderer mitgefällter Körper, die Kleesäure oder Chrom-säure, bestimmt wird. Eine solche Bestimmung ist zulässig, wenn derzweite Körper mit dem zu bestimmenden nur neutrale, leicht hervorzu-bringende Verbindungen bildet, wie dies z. B. bei der Bestimmung vonOxyden in Gestalt von Chloriden durch Silber der Fall ist. Bei Bleiist dies jedoch nicht der Fall. Man erhält das Blei bei Mineralanalysenimmer in salpetersaurer Lösung oder als schwefelsaures Oxyd. Das sal-petersaure Bleioxyd wird von allen pulverigen Niederschlägen mit nieder-gerissen, ja sogar von leicht geglühter Kohle gefällt. Da demnach diebisher besprochenen Bleibestimmungen als unsicher sich herausgestellthaben, so konnte vielleicht eine andere Methode bessere Resultate geben,bei welcher das Blei selbst bestimmt würde. Es wurde zu diesem Zweckedie alkalimetrische Methode versucht. Blei lässt sich mit einem Gemengevon kohlensaurem und reinem Ammoniak viel vollständiger fällen, als inkleesaurer Verbindung. Das Filtrat des Niederschlags reagirt kaummit Schwefelwasserstoff. Ob die kohlensaure Verbindung eine constanteZusammensetzung habe oder nicht, ist ganz gleichgültig, weil nicht dieKohlensäure, sondern das Bleioxyd bestimmt werden soll. Man fällt dasBleioxyd unter allen Umständen als kohlensaure Verbindung, wäscht dieseaus und löst sie in einer Kochflasche in einer gemessenen Menge Normal-Salpetersäure. Das Durchsichtigwerden der Flüssigkeit zeigt, dass keinkohlensaures Bleioxyd mehr vorhanden ist.
Um die Reaction deutlicher zu machen, ist es zweckmässig, aus dersalpetersauren Bleioxydlösung das Bleioxyd durch einen Zusatz vonneutraler Glaubersalzlösung zu fällen. Es wird dadurch in der Neutra-lität nichts geändert, indem neutrales schwefelsaures Bleioxyd niederfälltund salpetersaures Natron in der Flüssigkeit entsteht.