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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Unterchlorigsaure Salze. Cyan. Schwefelwasserstoff. 133

Uebereinstimmung zeigen, welche man verlangen kann, und welche dieArsenikanalyse wirklich besitzt.

Eine Parallelmethode der Arsenikanalyse besteht darin, dass mandas Chlor in Jodkalium aufnimmt und das ausgeschiedene Jod mit unter-schwefligsaurem Natron bestimmt (I, S. 386). Es sind dort die Belegebeigebracht, dass diese Analyse sich nicht nach rationellen Zahlen be-rechnen lässt und es bleibt demnach die Arsenikanalyse (I, S. 315) imVorzug.

Wenn das freie Chlor keine Chlorwasserstoffsäure oder Chlormetalleenthält, so könnte man es auch mit Ammoniak aufl'angen, wodurch es inChlorammonium übergeht, und nach Neutralisirung mit Salpetersäure dasChlor mit Silberlösung und chromsaurem Kali bestimmen (II, S. 14und 15).

Das Chlor in Salzen wird bestimmt:

1) Durch Fällen mit Zehent-Silberlösung, bis kein Niederschlag mehrentsteht (II, S. 10).

2) Durch Fällen mit Zehent-Silberlösung und chromsaurem Kali alsIndicator (II, S, 14).

3) Durch Versetzen mit titrirtem salpetersaurem Quecksilberoxyd, bis mitHarnstoff oder Kaliumeisencyanid als Indicator eine nicht mehr ver-schwindende Trübung eintritt (II, S. 18).

Von diesen Methoden kann jetzt nur die zweite als leicht und sicherauszuführen bezeichnet werden. Sie ist jetzt, neben der Jodstärkereaction,die schönste maassanalytische Methode, welche wir besitzen.

Unterchlorigsaure Salze.

Dieselben werden am sichersten mit arsenigsaurem Natron bestimmt(I, S. 322), und es gilt zur Vergleichung der Methoden alles, was vonChlor kurz vorher gesagt worden ist.

Cyan.

Ist das Cyan als Cyanwasserstoffsäure vorhanden, so ist die letzteBestimmung die Fällung der mit Kali übersättigten Säure mit Zehent-Silberlösung, bis eine bleibende Trübung entsteht (II, S. 2). Cyankaliumkann in gleicher Art bestimmt werden.

Eine zweite Methode besteht darin, das Cyankalium mit kohlensau-rem Wasser zu versetzen und mit einer titrirten Jodlösung bestimmen,bis eine gelbliche Färbung von freiem Jod sichtbar wird (I, Nachträge,S. 375). Die erstgenannte Methode verdient unbedenklich den Vorzug.

Schwefelwasserstoff.

1) Durch Einwirkung auf Eisenchlorid und Bestimmung des gebildetenEisenchlorürs mit Chamäleon (I, S. 229).