Buch 
Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
Seite
132
JPEG-Download
 

132 Fünfter Abschnitt. Zusammenstellung u. Vergleichung derParallel-Methoden.

werden. Oder in dem Rückstand des Destillats wird das Eisenoxydulmit Chamäleon bestimmt.

Endlich kann auch das Jod in Verbindungen durch Chlorwasser oderunterchlorigsaures Natron bestimmt werden, indem man es zu Jodsäureoxydirt (I, S. 377).

Die Fällungen mit Palladiumchloriir (II, S. 31) können nicht alsMaassanalysen betrachtet werden.

Chlor.

Das Chlor wird verschieden bestimmt, je nachdem es frei oder insalzartigen Verbindungen gebunden ist. Als freies Chlor, sowohl alsGas, als auch an Wasser gebunden, wird es chlorometrisch bestimmt:

1) Durch schwefelsaures Eisenoxydul und Chamäleon (I, S. 241), in-dem man den nicht oxydirten Theil des Eisenoxyduls mit Chamäleonbestimmt.

Eisensalz X 0,0904 = Chlor.

2) Durch Absorption in arsenigsaurem Natron und Bestimmung desarsenigsauren Natron direct durch Betupfen, oder als Restmethodemit Jodlösung (1, S. 315).

Von diesen Methoden ist die letztere unzweifelhaft die sicherste. Beider Absorption des Chlors in einer Lösung von Eisenoxydulsalzen wirddas Chlor nicht sogleich alle gebunden, sondern man nimmt denChlorgeruch wahr, während die Flüssigkeit noch Eisenoxydul enthält.Es liegt dies an zu schwacher Affinität, wie denn auch der Sauerstoffvon sauren Eisenoxydulsalzen nur sehr langsam aufgenommen wird. Setztman dem Gemenge von Chlorwasser und Eisensalz etwas kohlensauresNatron zu, so findet die Verschluckung des Chlors vollständiger statt undübersättigt man wieder mit Schwefelsäure, so gebraucht man wenigerChamäleon, als wenn man nicht mit kohlensaurem Natron gefällt hätte.Von einem Chamäleon, dessen Titre 20 CC. = 1 Grm. Eisendoppelsalzwar, wurden gebraucht, nachdem 10 CC. Chlorwasser zugesetzt waren:

1 ) in kaltem Wasser.

15,9

CC.,

also

Chlor

= 4,1

CC.

2) nach Fällung mit kohlensaurem

Natron.

13,8

11

11

11

= 6,2

11

3) mit warmem Wasser.

15,4

11

11

4,6

11

4) mit warmem Wasser und kohlen-

saurem Natron.

14

11

11

= 6

J!

Da aber bei Fällung mit kohlensaurem Natron auch der Sauerstoffdes Wassers oxydirend wirkt (I, S. 234), so muss man entweder mit aus-gekochtem Wasser arbeiten, oder durch einen zweiten Versuch den durchden Sauerstoff veranlassten Fehler allein bestimmen, indem man gleicheMengen Eisensalz und Wasser anwendet und kein Chlor hinzubringt.Aus allen ersieht man jedoch, dass diese Bestimmungen nicht diejenige