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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.

Die 24,4 CC. Chamäleon stellen also- = 1,7428 Grm. Eisen-

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doppelsalz vor. Und diese mit 0,12755 (nämlich 1 At. kohlensanren

Kalk dividirt durch 2 At. Eisensalz

nmltiplicirt, geben 0,241

Grm. = 48,2 Proc. kohlensanren Kalk, was mit der Silberanalyse geniigend stimmt.

Drittes Kapitel.

Pottasche

Kohlensaures Kali.

Wenn es sich ausschliesslich darum handelt den Gehalt an kohlen-saurem Kali zu bestimmen, so genügt das bereits (I. Abth., S. 54) be-schriebene Verfahren. Man wägt l / l0 At. = 6,911 Grm. Pottasche ab,löst sie in heissem Wasser auf und filtrirt in eine Kochflasche, indem manaussiisst, bis die ablaufenden Tropfen rothes Lakmuspapier nicht mehrbläuen. Man bringt die Flüssigkeit bis zum Kochen, setzt Lakmustincturhinzu und misst das kohlensaure Alkali mit einer Norraalsäure. In derTechnik wird dazu gewöhnlich Schwefelsäure verwendet. Ich ziehe Sal-petersäure vor, weil man, da diese sich auch auf Erden anwenden lässt,nur eine Titrestellung nothwendig hat. Es giebt hierbei nur zwei Ver-fahrungsarten. Entweder überschreitet man den Sättigungspunkt umeine ansehnliche Grösse, indem man die Säure bis zur nächsten ganzenZehnerzahl der Cubikcentiineter auslaufen lässt, und dann nach völligerAustreibung der Kohlensäure mit Normalkali bis zum Eintreten derblauen Farbe zurückgeht. Es ist dies die schärfste Methode und imersten Theile ausführlich beschrieben.

Oder man setzt die Normalsäure nur ebenso lange zu, bis ein ein-fallender Tropfen der Säure, seine Stelle nicht mehr durch eine hellereFarbennüance kenntlich macht. Dies ist die alte Gay-LussacscheMethode und sie giebt für die Technik hinreichend genaue Resultate.Wir werden bei der Sodaanalyse näher darauf zu sprechen kommen.

Es kann nun noch die Bestimmung anderer Bestandtheile verlangtwerden, und zwar zunächst Schwefelsäure und Chlor.

Schwefelsäure.

Die Schwefelsäure wird durch die Restmethode (1, S. 90) bestimmt.Wenn das angewendete Normalkali frei von Schwefelsäure war, sokann man die obige Flüssigkeit dazu verwenden.