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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Zweites Kapitel. Ausgelaugte Holzasche. 141

von essigsaurem Eisenoxyd. Man filtrirt, wäscht aus und bestimmt dasEisen mit Chamäleon in der bekannten Art. Diese Methode giebt leichtein zu geringes Resultat. Dem Gewichte nach bestimmt man den phos-phorsauren Kalk dadurch, dass man die ausgelaugte Holzasche in war-mer Salpetersäure löst, filtrirt, und mit kohlensäurefreiem Ammoniak fällt.Den ausgewaschenen Niederschlag glüht man und bestimmt sein Gewichtdirect. Bei dieser Operation fällt auch die kleine Menge Eisenoxyd,welche sich in der Salpetersäure gelöst hat, als phosphorsaures Eisenoxydmit nieder. Man macht jedoch fast keinen Fehler, wenn man sie alsphosphorsauren Kalk in Rechnung bringt, da das Atomgewicht des phos-phorsauren Eisenoxyds (Fe 2 0 3 -j- P0 5 ) = 151,36, und das des drittel-phosphorsauren Kalkes (3 CaO -j- P0 5 ) = 155,36 ist. In jedem Falleist Kalk genug vorhanden, um den ganzen Gehalt an Phosphorsäureauf diesen beziehen zu können, diese Methode verdient wegen ihrerSicherheit hier den Vorzug.

Das Eisenoxyd bestimmt man direct aus einer neuen Menge Sub-stanz durch Lösen in Salzsäure, Filtriren, Behandlung mit Zink undChamäleon.

Das Manganoxyd kann man durch Destillation mit Salzsäure inJodkalium hinein und unterschwefligsaures Natron bestimmen.

Beispiel: 4 Gram, ausgelaugte Holzasche mit Normalsalpetersäure ge-messen erforderten 43,1 CC. Normalsalpetersäure.

1 Grm. ausgelaugte Holzasche in Salzsäure gelöst, zur Trockne ein-gedampft geglüht und gelöst, dann filtrirt und zu 100 CC. verdünnt.Davon 25 CC. mit Zehentsilberlösung gemessen erforderten 27 CC. der-selben, also die ganze Mengr 4 X ^ = 108 CC. Auf 4 Grm. würdedies 432 CC. Zehentsilberlösung betragen, welche fast ganz gleich sindmit obigen 43,1 CC. Normalsalpetersäure, welche zehnmal so stark ist.

1 Grm. ausgelaugte Holzasche wurde in Salzsäure gelöst, mit reinemund kohlensaurem Ammoniak gefällt, filtrirt, zur Trockne eingedampftund zur Vertreibung des Salmiaks geglüht. Die Salzmasse in Wassergelöst und mit Zehentsilberlösung titrirt, erforderte 10,1 CC. Zehentsilber-lösung. Berechnet man dieses auf kohlensaures Kali, indem man mit0,006911 multiplicirt, so ergeben sich 0,0698 Grm. = 6,98 Proc. koh-lensaures Kali.

Ziehen wir die dem Chlorkalium entsprechenden 10,1 CC. Zehent-silberlösung von der Gesammtsumme der 108 CC. ab, so bleiben 97,9 CC.Zehentsilberlösung als dem Chlorcalcium resp. kohlensaurem Kalk ent-sprechend. Diese mit 0,0050 multiplicirt geben 0,4895 Grm. = 48,95Proc. kohlensauren Kalk.

0,5 Grm. ausgelaugte Holzasche in Salzsäure gelöst, mit Aetzammo-niak gefällt, filtrirt, dann der Kalk mit kleesaurem Ammoniak gefällt,und der kleesaure Kalk mit Chamäleon titrirt, erforderten 24,4 CC. Cha-mäleon, dessen Titre war: 1 Grm. Eisendoppelsalz = 14 CC.