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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Viertes Kapitel. Soda.

metallen eine nach der Concentration blaue, violette oder pfirsichbliith-rothe Färbung. Zur Bestimmung des Schwefelnatriums bedient man sichauch dieses Körpers. Man stellt sich eine ammoniakalische Zinklösung(Zehent-Normal) dar, und lässt davon in die Sodalösung fliessen, indem manab und zu einen Tropfen der Lösung durch ein Filtrirpapier auf ein unter-gelegtes mit Nitroprussidnatrium getränktes zweites Papier durchdringenlässt. Sobald jede Färbung aufhört, ist das Schwefelnatrium gefällt.

Das Verfahren ist an einer andern Stelle begründet worden.

Ob zugleich unterschwefligsaures Natron vorhanden sei, erkennt mandaran, dass eine mit Zinkvitriol gefällte Sodalösung im Filtrate nachZusatz von Stärkelösung durch Jodlösung nicht sogleich blau gefärbtwird, sondern die Jodlösung eine Zeit lang ohne Veränderung aufnimmt.Durch die Zinkvitriollösung werden kohlensaures Natron, Aetznatron undSchwefelnatrium vollkommen zu kohlensaurem Zinkoxyd, Zinkoxydhydratund Schwefelzink gefällt, das unterschwefligsaure Natron wird nichtzersetzt oder das unterschwefligsaure Zinkoxyd wenigstens nicht gefällt.Die Bestimmung der unterschwefligen Säure geschieht nach demselben Prin-cip mit Zehent-Jodlösung nach dem Bd. 1, S. 383 beschriebenen Verfahren.

Es dürften sich auch Schwefelnatrium und unterschwefligsaures Na-tron beide durch Jodlösung bestimmen lassen. Wenn man die Soda-lösung im verdünnten Zustande mit reiner Essigsäure bis zur schwachsauren Reaction versetzt, Stärkelösung zusetzt und nun mit Zehent-Jod-löstmg die blaue Reaction der Jodstärke hervorruft, so hat man zugleichSchwefelwasserstoff und unterschweflige Säure bestimmt. Fällt man nuneine zweite gleiche Portion Soda mit Zinkvitriol und filtrirt, so bestimmt manim Filtrat mit Jodlösung nur die unterschwellige Säure. Indem man die Zahlder Cubikcentimeter der letzten Messung von jener ersten abzieht, bleibtdie Menge Jodlösung übrig, die auf Schwefelnatrium zu berechnen ist.Man vermeidet dadurch die Anwendung des Nitroprussidnatriums undeine Tüpfeloperation.

Alle Sodasorten enthalten etwas unzersetztes Kochsalz und Glau-bersalz.

Den Chlorgehalt bestimmt man in einer kleinen Menge Soda durchNeutralisiren mit reiner Salpetersäure und Bestimmen des Chlors durchZehent-Silberlösung und chromsaures Kali (Bd. II, S. 15). Wägt man0,585 Grm. Soda ab, so sind die Cubikcentimeter der Zehent-SilberlösungProcente von Kochsalz.

Um der Neutralität der zu prüfenden Lösung sicher zu sein, kannman mit Zinkvitriol oder Bittersalz fällen, wo dann alle alkalischenEigenschaften in den Niederschlag übergehen. Im Filtrat bestimmt mandann das Chlor.

Um bei allen diesen Filtrationen nicht auswaschen zu müssen, filtrirtman aus der 300 CC. Flasche nur 100 CC. ab, und nimmt dann die Zahlder gebrauchten Cubikcentimeter dreimal.

Die Schwefelsäure bestimmt man nach der I, S. 90 beschriebenen

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