Zehntes Kapitel. Salpeter.
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Zehntes Kapitel.
. Salpeter.
Fiir die directe Bestimmung der Salpetersäure giebt es bis jetzt nochkeine zuverlässige und leichte Methode, indem das im ersten Theile (S. 215)beschriebene Verfahren der Messung durch Eisenoxydulsalze sowohl nachunsern als auch nach Abel und Bloxam’s*) Versuchen nicht immergleichbleibende Resultate giebt. Die Werthbestimmung des Salpeters be-steht demnach wesentlich in der Bestimmung seiner Verunreinigungen,die in Chlor, Schwefelsäure, Kalk bestehen können.
Vorausgesetzt, dass das zu untersuchende Salz ganz in Wasser löslichsei, hat man erst seinen Gewichtsverlust durch Schmelzen im Platintiegelzu bestimmen. Man wägt 5 oder 10 Grm. ab, und schmilzt in einemPlatin- oder Silbertiegel, auch in einer Platinschale, wobei weder ein Ver-glimmen von organischen Stoffen, noch ein Verknistern von Kochsalzstattfinden darf.
Die geschmolzene Masse löst man in heissem destillirtem Wasserund prüft sie auf ihre Neutralität. Sie muss neutral sein. Man verdünntsie zu 500 CC. und nimmt zu jedem Versuche 100 CC., die dann gleich1 oder 2 Grm. Salz.
In einer Portion bestimmt man das Chlor mit chromsaurem Kali undZehent-Silberlösung. Man berechnet auf Kochsalz. Wenn die ReactionenSchwefelsäure nachgewiesen haben, so bestimmt man diese durch dieRestmethode mit Chlorbaryum (I, S. 90).
Kalk fallt man entweder mit kohlensaurem Natron und bestimmtden ausgewaschenen Niederschlag mit Normalsalpetersäure (I, S. 77), oderman fällt mit kleesnuren Salzen und bestimmt durch Chamäleon (I,S. 186).
Wenn die Menge sehr klein ist, so kann man auch im kohlensaurenZustande fällen, auswaschen, in Salzsäure lösen, zur Trockne abdampfen,und dann mit chromsaurem Kali und Zehent-Silberlösung das Chlor be-stimmen, welches man dann auf Kalk berechnet.
Wenn Schwefelwasserstoff und kohlensaures Natron keine Nieder-schläge geben, auch Chlor und Schwefelsäure berücksichtigt und bestimmtsind, so können andere als salpetersaure Alkalien nicht vorhanden sein.Es ist jedoch nicht entschieden, ob salpetersaures Kali oder Natron vor-handen ist. Dies kann aber überhaupt durch eine Bestimmung der Salpeter-säure nicht ermittelt werden und es muss eine Kalibestimmung eintreten.
Man wäge 0,5 Grm. des Salpeters ab, koche ihn mit überschüssigerSalzsäure in einer Porzellanschale zur Trockne, wiederhole diese Operation
*) Querterly, Journ. of the Chemical Society. Vol. IX.