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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.

bereits mit der entsprechenden Menge Schwefelsäure abgezogen hat, undob noch schwefelsaures Natron im Gemenge vorhanden ist. In dieserArt erfährt man die technisch wichtigen Bestandtheile des Pfannensteins.

Zu einer vollständig richtigen Analyse bestimmt man ebenfalls erstden Wassergehalt. Eine neue Menge Pfannensteinpulver zieht man voll-ständig mit Wasser aus und erhält auf dem Filtrum die unlöslichen Be-standtheile koblensauren Kalk, Bittererde, Eisenoxyd und zuweilen Mangan-oxyd. Diese werden wie bei den alkalischen Mineralwassern getrennt.

Die löslichen Bestandtheile können Glaubersalz, Kochsalz, Gyps undBittersalz enthalten.

Schwefelsäure, Kalk und Bittererde sind schon oben aufgefundenworden. Wir haben nur noch das Natron und Chlor zu bestimmen.Man nimmt eine neue Menge des Pfannensteins, zerreibt ihn mit Baryt-hydrat und kocht etwas auf. Durch den Zutritt der Luft fällt leicht diekleine iMenge ätzenden Barytes und Kalkes als Kohlensäuresalze nieder.Man filtrirt, sättigt mit Salzsäure und dampft zur Trockenheit ein. DasChlor bestimmt man mit Zehent-Silberlösung; es gilt jedoch diese Bestim-mung nur für das Natron und nicht für Chlor, falls Glaubersalz imPfannenstein ist, weil der Aetzbaryt das schwefelsaure Natron causticirtund dies nachher noch Salzsäure aufgenommen hat.

Die Bestimmung des Chlors geschieht einfach dadurch, dass mandas Pfannensteinpulver mit wenig chlorfreiem kohlensauren Natron kocht,filtrirt, beinahe abstumpft und das Chlor mit Zehent-Silberlösung titrirt.

Neuntes Kapitel.

Rohes Kochsalz.

1) Bestimmung des Wassergehalts durch gelindes Erhitzen des feinge-pulverten Salzes nicht bis zum Glühen im bedeckten Tiegel.

2) Kalk fällt man kleesauer und titrirt die kleine Menge kleesaurenKalkes mit Chamäleon. Bd. I, S. 186.

3) Die Schwefelsäure fällt man aus der sauren Lösung mit Chlorbaryumund bestimmt den geglühten schwefelsauren Baryt.

-1) Bittererde aus dem Filtrat von 3 mit phosphorsaurem Natron-Am-moniak und Wägen des Niederschlags im geglühten Zustande.

5) Chlor pflegt nicht bestimmt zu werden. Jedoch kann man dasKochsalz rein darstellen. Man reibt das rohe Salz mit Baryt-krystallen an, verdünnt, kocht etwas auf, lässt allenfalls stehen, bisder Aetzbaryt kohlensauer niedergefallen ist, filtrirt und verdampftin der Platinschale zur Trockne. Das Gewicht des Salzes ist dasdes reinen Kochsalzes.