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Fünfzehntes Kapitel. Kohlensäure. 1U3
die Dichtigkeit des Apparates, indem man das Kautschukrohr rechterPfand mit einem Quetschhahne schliesst, und Wasser aus dem Aspiratorausfliessen lässt. Es tritt jedenfalls ein Wasserstrahl aus, theils von derAusdehnung der im Apparate enthaltenen Luft, theils von einem geringen Zu-sammenschlagen der Wände des Aspirators. Allein dieser Wasserstrahlmuss bald schwächer werden, dann in Tröpfeln übergehen und auf ein-mal aufhören. Fliesst ununterbrochen Wasser aus, so ist der Apparatundicht. Man sucht diese Stelle, indem man vom Aspirator aus die ein-zelnen Kautschukröhren von aussen zukneift, wodurch der weitere Theildes Apparates abgeschnitten wird. Man findet so, ob die Undichtheitan den Korken der Flaschen, an den Kautschukröhrenverbindungen oderim Aspirator selbst liegt. Sobald der Apparat dicht ist, bemerkt man dieZeit des Anfangs des Versuches, den Barometerstand und später dieTemperatur des ausfliessenden Wassers. Die Temperatur der Luft hatkeinen Einfluss, weil sie sich im Apparate mit der Temperatur des Was-sers und der Wände ins Gleichgewicht stellt, und das ausfliessende Was-ser nur von dem Volum der Luft im Aspirator selbst abhängig ist. Manregulirt den Ausfluss des Wassers so, dass nur einzelne kleine Blasen imAbsorptionsrohre aufsteigen, und dass keine Flüssigkeit aus einem Ge-fässe ins andere übergerissen werde. Bei den ersten 2 bis 3 Litren Was-ser-Ausfluss bemerkt man kaum eine Trübung in der Barytflüssigkeit,dann aber stellt sie sich ein und nimmt rasch zu, so dass der kohlensaureBaryt in dicken Flocken in der Flüssigkeit schwimmt. Man lässt min-destens 20 LitreLuft durchgehen, ehe man denVersuch beendigt. Wenndie dem Aspirator zunächst stehende kleine Flasche ganz klar gebliebenist, so kann man sicher sein, dass alle Kohlensäure in der Röhre absor-birt worden ist. Man bereitet sich nun ein kleines Filtrum aus gut durch-lassendem Papiere vor, und befreit etwas destillirtes Wasser durch Ko-chen von aller Kohlensäure. Auch ist es zweckmässig, dieses Wasch-wasser durch Schütteln mit kohlensaurem Baryt mit diesem Körper zusättigen, um jede Lösungskraft auf diesen Körper zu beseitigen. Manlöst nun den Absorptionsapparat ab, giesst erst den Inhalt der erstenFlasche, wenn sie trüb ist (sonst nicht) auf das Filtrum, dann den Inhaltder Absorptionsröhre aus dem schwanenhalsartig gebogenen Ende. DieGefässe spült man mit dem ausgekochten noch heissen Wasser aus undbringt die Waschflüssigkeiten auf das Filtrum. Den Niederschlag wäschtman ebenfalls mit heissem Wasser rasch aus, indem man den Trichterin den Zwischenzeiten mit einer Glasplatte bedeckt hält. Wenn dies zurGenüge geschehen ist, giesst man eine sehr dünne und erwärmte Salz-säure, welche beim Verdunsten in einem Platintiegel nichts hinterlässt,in die Absorptionsröhre, um den noch festhaftenden kohlenaauren Barytzu lösen; diese Waschflüssigkeit giesst man auf dasselbe Filtrum, nach-dem man eine Platin- oder Porcellanschale unter den Trichter gesetzthat. Der kohlensaure Baryt löst sich leicht unter Aufbrausen auf undfiltrirt als Chlorbaryum in die untergesetzte Schale. Man süsst mit heis-
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