Fünfzehntes Kapitel. Kohlensäure. 1G5
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Das aus dem kohlensauren Baryt erhaltene Chlorbaryum war= 18,9 CCZehent-Silberlösung gefunden worden.
Die Berechnung stellt sich nun so:
Die 40294 CC. Luft auf 760 mm corrigirt sind :=-— ^ = ^9021 CC.
Diese von 14,4° Cent, auf 0° corrigirt sind = 37068 CC. von normalenConstanten.
Die 18,9 CC. Zehent-Silberlösung sind= 18,9X0^002 2=0,04158 Grm.Kohlensäure und diese nehmen ein Volum von 21,142 CC. von normalenConstanten ein. Da diese Kohlensäure in der Luft enthalten war, somuss sie noch dazu addirt werden, und die Luft betrug 37089,142 CC.Wollen wir nun die Volumen C0 2 in 10000 messen, so haben wir:37089,142 : 21,142 = 10000 : x211420
X ~ 37089,142 ~ ’ '
Demnach enthielt die Luft 5,7 Volum Kohlensäure in 10000 Volu-men, eine Zahl, die ebenfalls bei Saussure vorkommt, jedoch schon zuden höheren gehört. Die Luft war nicht vom freien Felde genommen,sondern der Versuch in einem Hofe mitten in der Stadt Coblenz an-gestellt.
Bei einem zweiten einen Monat später angestellten Versuche wur-den für 20000 CC. Luft von normalen Constanten 9 CC. Zehent-Silber-lösung = 10,068 CC. Kohlensäure erhalten. Dies giebt 5,03 Theileauf 10000.
b) In ausgeathmeter Luft.
Die Bestimmung der ausgeathmeten Kohlensäure kann leicht in denKreis maassanalytischer Operationen gezogen werden, da man eine sehrgenaue Bestimmung der Kohlensäure in der Silbermethode hat. Es kannhier vorausgeschickt werden, dass die Respirationsliteratur ungemeinreich und vollständig ist, und dass die Versuche von Scharling, An-dral und Gavarret, Regnault und Reiset, Vierordt, Valentinund Andern in wissenschaftlicher Beziehung fast nichts zu wünschen übriglassen. Sie bestimmten ebensowohl die ganze Menge der in einer gewis-sen Zeit ausgeathmeten Kohlensäure, als auch den procentischen Antheildieser Luft an Kohlensäure. Alle diese Beobachter arbeiteten mit sehrcomplicirten und kostspieligen Apparaten. Es kommt jedoch hieraufgar nichts an, wenn es sich darum handelt, feststehende unbezweifelteThatsachen für die Wissenschaft zu gewinnen. Anders stellt sich jedochdie Frage, wenn in einzelnen Fällen zu physiologischen oder pathologi-schen Zwecken aus der Bestimmung der ausgeathmeten KohlensäureNutzen gezogen werden soll. Es kann nicht jedem Arzte, welcher solcheFragen stellen will, zugemuthet werden, solche kostbare Apparate anzu-schaffen, und es schien wünschenswert!», einfache, leicht zu handhabende