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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Fünfzehntes Kapitel. Kohlensäure.

Hei einem zweiten Versuche mit derselben Flasche wurden 27,8 CG.Zehent-Silbcrlösung, also fast ganz dieselbe Menge gebraucht.

Eine Flasche, welche genau bis an den (Stopfen 1000 CC. enthielt,gab bei 750"" Har. und 20° Cent, eine Menge kohlensauren Baryt, wel-cher durch 30,15 CO. Zehent-Silberlösung gemessen war. Nach Anbrin-gung aller Correctionen berechnet sich die Kohlensäure zu 3,67 Proc.des Volums der Luft, sehr nahe mit den ersten Versuchen überein-stimmend.

Wenn man die ausgenthmete Kohlensäure kleiner Thiere bestimmenwill, so kann man sich dazu leicht einen passenden Apparat verschallen.Es giebt Luftpumpen-Glocken mit zwei gegenüberstehenden Tubuli, de-ren man sich zum Durchschlagen des elektrischen Funkens durch Gas-arten und das Vacuuin bedient. Eine solche auf einem geschliffenenGlasteller stehende Glocke (Fig. 18) nimmt das Thier sammt seiner

Fig. 18.

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Respiration kleiner Thiere.

Nahrung auf. An den einen Tubulus (rechts) befestigt man eine mitKalk-Glaubersalz gefüllte Glasröhre, um alle Kohlensäure der atmosphä-rischen Luft aufzunehmen. An die andere Seite befestigt man den unterFig. 13 beschriebenen Absorptionsapparat, und diesen setzt man miteinem Aspirator in Verbindung. Man kann zu diesem Zwecke den Re-spirometer aus Fig. 15 anwenden, indem man das engere Kautschukrohranlegt, das weitere aber verschliesst, und die Schalen mit schwererenGewichten belastet, wodurch er zum Aspirator wird.

Da die Bestimmung der Kohlensäure nach diesen Methoden so un-gemein scharf ist, so Hessen sich eine Menge interessanter Fragen nocheinmal an dieselben stellen, z. B. die Bestimmung der ausgeathmetenKohlensäure von Insecten, Larven, von reifen Früchten, von Pflanzenbei Nacht etc., und es dürfte nicht schwer fallen, mit Beibehaltung desPrincips leicht die Apparate zu den einzelnen Zwecken passend zu machen.