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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Fünfzehntes Kapitol. Kohlensäure.

füllt, als der Wasserspiegel gesunken ist, und nun erst zur Messung desausgeflossenen Wassers schreitet.

Es kam nun darauf an, den Grad der Genauigkeit und Zuverlässig-keit der Methode durch Versuche zu ermitteln, denn in Schnelligkeit undBequemlichkeit der Ausführung wird sie kaum von einer reinen Titrir-analyse iibertroflen.

Gesetzt, wir wollten kohlensauren Kalk (in einem Mergel, Dammerde)bestimmen. Es wurden 2 Grin. reiner gefällter kohlensaurer Kalk ab-gewogen und in dem Apparate zersetzt. Es flössen 475 CG. Wasser aus.Nun wurde 1 Grin. kohlensaurer Kalk abgewogen und nach obiger Ti-trestellung zu bestimmen gesucht. Es flössen 238,0 OG. Wasser aus.Wir haben nun 475 : 2 = 238,6 : x.

Wir fänden 1,004 Grm. statt 1 Grm.

Es ist hier absichtlich nur ein Versuch von jeder Art genommen,um zu sehen, wie genau die Resultate, die dicht hinter einander gewon-nenwerden, miteinander stimmen; denn wenn man mehrere Titrebestim-mungen als Bedingung setzte, so würde die Arbeit zu zeitraubend wer-den. Es wurden nun zum Vergleich der einzelnen Zahlen die folgendenVersuche angestellt.

2 Grin. kohlensaurerKalk.

1) 465 CG.

2) 475

3) 481,2

4) 482,4

5) 473,3

6) 475,7

7) 480,4

Mittel 476,1 CG.

1 Grm. kohlensaurerKalk.

1) 238,6 GG.

2) 238,3

3) 240,4

4) 240,6

5) 238,0

Mittel 239,3 CG.

Berechnen wir das eine Gramm aus der Mittelzahl der zwei Gramm,so erhalten wir wieder 1,004 Grm. statt 1 Grm. Lassen wir aus derersten Reihe den ersten Versuch, als zu weit vom Mittel entfernt, weg,so ist das neue Mittel der sechs übrigen Versuche 478 CC., und darnachberechnet sich das eine Gramm kohlensaurer Kalk zu 1,0016 Grm., undnehmen wir die am weitesten auseinander stehenden Resultate beiderReihen, nämlich aus der ersten Reihe den fünften, aus der zweiten denvierten Versuch, so berechnet sich daraus 0,9974 Grm. kohlensaurer Kalkstatt 1 Grm. Es ist also in den zwei ungünstigsten Fällen der Fehler*/4 lroc., im günstigsten nur 1G /ioo Froc.

Um den Gehalt einer Ackererde an kohlensaurem Kalk zu ermitteln,wurden jedesmal 10 Grm. der getrockneten Erde in dem Apparate zer-setzt. Das ausgeflossene Wasser betrug

1) 100 GC.

2 j 160,5