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Achtzehntes Kapitel. Analyse der Mineralwasser.
Die in beiden Fällen zu verbrauchende Silberlösung soll nicht zuklein sein und 30 bis 40 CC. betragen. Entspricht sie dieser Bedingungnicht, so nimmt man von dem Mineralwasser 200 oder 300 CC. und trägtdavon Rechnung.
4) Man misst 500 CC. Wasser ab, setzt freie Salzsäure hinzu, fälltdie Schwefelsäure mit Chlorbaryum und bestimmt den schwefelsaurenBaryt in gewöhnlicher Weise nach Gewicht. Man berechnet auf wasser-freies schwefelsanres Natron.
In dieser Art sind die drei löslichen Salze mit grosser Schärfe be-stimmt.
Es lassen sich noch andere Modificationen des Verfahrens ausführen,die ebenfalls zum Ziele führen.
a. Man kann 500 oder 1000 CC. Wasser stark eindampfen, dannfiltriren, mit Lakmus versetzen und mit Normal-Salpetersäure das kohlen-saure Natron bestimmen, indem man tropfenweise zusetzt, bis die einfal-lenden Tropfen der Normalsäure nicht mehr erkannt werden können.Man fällt mit Baryt, wäscht den schwefelsauren Baryt mit heissem Wasserund etwas Salzsäure aus und bestimmt ihn nach Gewicht. Das Chlorbestimmt man direct mit einer frischen Probe.
b. Um alle drei Bestandteile maassanalytisch zu bestimmen, verfährtman so:
Man dampft 500 CC. Wasser stark ein, filtrirt und wäscht aus.Der zum Kochen erhitzten Lösung setzt man eine gewogene MengeChlorbaryum zu, so dass alle Alkalität der Lösung verschwindet undBaryt in kleinem Ueberschusse vorhanden ist. Man filtrirt und wäschtaus. Auf dem Filtrum bleibt schwefelsaurer Baryt und kohlensaurerBaryt, dem kohlensauren Natron entsprechend. Man löst den kohlensaurenBaryt in Salzsäure, bringt die Lösung zur Trockne und bestimmt denChlorgehalt mit Zehent-Silberlösung = kohlensaurem Natron.
Aus dem Filtrat fällt man den überschüssigen Baryt mit reinem undkohlensaurem Ammoniak, wäscht aus, löst in Salzsäure auf, verdampftzur Trockne und bestimmt den Chlorgehalt mit Zehent-Silberlösung.
Wenn man nun noch eine der ganzen angewendeten Menge Chlor-baryum gleiche Menge mit Silberlösung titrirt, und davon die beidendem kohlensauren Natron und dem überschüssigen Baryt entsprechendenMengen Silberlösung abzieht, so bleibt als Rest die dem schwefelsaurenNatron entsprechende Silberlösung.
Sind die zu verwendenden Mengen Silberlösung zu gross, so fractio-nirt man mit der 300 CC. Flasche.
Man kann auch die beiden Mengen kohlensauren Baryts alkaliinetrischmit Normal-Salpetersäure bestimmen, jedoch weniger scharf als durch dieSilbermethode.
Das Chlor wird aus einer neuen Menge Wasser bestimmt.
c. Wenn man kohlensaures Natron mit Barytsalzen fällt, so ver-schwindet die Alkalität der Lösung. Bereitet man sich eine Zehent-