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Einundzwanzigstes Kapitel. Braunstein.
Braunsteinanalyse auch damit sehr scharf ausführen. Man muss die Mengedes Braunsteins so abwägen, dass 1 Grm. Kleesäure lOOProc. Manganhyper-oxvd vorstellt. Nach den Atomgewichten von 43,57 für Mn 0 2 und
43,57.1
63 für krystallisirte Kleesäure kommt auf 1 Grm. Kleesäure ———= 0,691 Grm. Braunstem.
Wägt man also 0,691 Grm. Braunstein ab, so sind 0,7 Grm. Klee-säure = 70 Proc. Manganhyperoxyd. Da die Menge des Braun-steins etwas sehr klein ist, so kann man auch von beiden Körperndie doppelte oder dreifache Menge nehmen und das Resultat dannmit 2 oder 3 dividiren. Die Resultate sind übereinstimmend. So wur-den nach der Eisenanalyse auf 1,111 Grm. Braunstein und 8 Grm.Eisensalz rückwärts 25 CC. Chamäleon gebraucht, von welchen 68,8 CC.= 1 Grm. Doppelsalz oder = 0,161 Qrm. Kleesäure waren.
25
Diese 25 CC. Chamäleon sind = ——- 0,363 Grm. Eisensalz, diese
00,0
von 8 abgezogen lassen 7,637 Grm. Eisensalz = 76,37 Proc. Mn0 2 .
Nach der Kleesäureanalyse .wurden 0,691 Grm. Braunstein mit0,8 Grm. Kleesäure und Schwefelsäure und Salzsäure zersetzt und da-gegen 17,6 CC. Chamäleon gebraucht. Da 0,1 Grm. Kleesäure = 42,7 CC.Chamäleon ist, so sind 17,6 CC. = 0,0412 Grm. Kleesäure; und diese von0,8 Grm. abgezogen lassen 0,7588 = 75,88 Proc. Mn0 2 . Die Diffe-renz gegen die obige Analyse beträgt 0,49 Grm. oder beinahe !/ 2 Proc.
Die Analyse mit Eisendoppelsalz geht rascher.
Wenn es darauf ankommt, noch einige Bestandteile des Braunsteinszu ermitteln, so kann man sich folgender Methoden bedienen.
1) Eisenoxydgehalt.
Man löst eine gewogene Menge Braunstein, 1 bis 2 Grm., mit star-ker reiner Salzsäure in der Wärme auf, indem man das Chlorgas entwei-chen lässt. Die Flüssigkeit muss jede grünliche Farbe verloren und diegelbe des Eisenchlorids angenommen haben. Man reducirt die Flüssig-keit, auch ohne Filtration, mit Zink und bestimmt das Eisen in bekannterArt mit Chamäleon.
2) Kohlensaurer Kalk.
Man zieht mit Salpetersäure unter Erwärmen aus, fällt das Eisen-oxyd, von dem eine sehr kleine Menge gelöst wird, mit Ammoniak, dannden Kalk mit kleesaurem Ammoniak. Eine Filtration ist hier nicht er-forderlich, da das Eisenoxyd bei der nachherigen Bestimmung der Kleesäuredurch Chamäleon nicht wirkt. Nach dem Absetzen des kleesauren Kalkes inder Wärme süsst man einige Male durch Abgiessen aus, bis alles gelöste Klee-säuresalz entfernt ist, und bestimmt die Kleesäure mit Chamäleon. Bd. I, S. 186.
Wenn man den Titre des Chamäleon mit Eisendoppelsalz genom-men hat, so sind noch die Coefficienten nachzutragen. Es istEisendoppelsalz X 0,07143 = Kalk,
„ X 0,12755 = kohlensaurer Kalk.