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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Sechster Abschnitt. -Angewandter Theil.

Einundzwanzigstes Kapitel.

Braunstein.

Die insbesondere zu praktischen Zwecken dienlichste Methode zurBestimmung des Manganhyperoxyds ist bereits im ersten Theile S. 179

beschrieben worden.

Die durch einen längeren Gebrauch der Methode bewährten Maass-regeln sind die folgenden.

Es kommt sehr darauf an, dass das schwefelsaure Eisenoxyd-Ammo-niak die genau richtige Stärke habe. Man prüft dies durch Vergleichendes Titres mit reinem Eisen oder reiner Kleesäure.

t/ 7 oder 0,143 Grm. metallisches Eisen in destillirter verdünnterSchwefelsäure gelöst muss ebensoviel Chamäleon verbrauchen, als 1 Grm.des Eisendoppelsalzes. Wenn zur Bereitung dieses Salzes nicht ganzreine Materialien angewendet wurden und Bittererde oder Kali darinenthalten ist, so ist es zu schwach. Da es unveränderlich ist, so kannman es demnach gebrauchen, wenn man eine entsprechend grössere Mengeanwendet. Wäre z. B. 0,143 Eisen = 25 CC. Chamäleon und 1 Grm.Doppelsalz nur = 24,6 CC., so müsste man statt 7 Grm. des Doppelsalzes

7.25

24,6

oder 7,113 Grm. abwägen, weil 7,113 X "24,6 ebenso viel ist als

7.25. Als Titre gilt dann die vom metallischen Eisen abgeleitete Zahl,

1. 25

oder wenn man von dem Doppelsalze statt 1 Grm. = 1,016 Grm.

* 4^0

abwägt. Diese Vorsichtsmaassregel gilt natürlich nur für ein in seinerZusammensetzung nicht ganz richtiges Salz.

Da die Kleesäure sehr leicht ganz rein darzustellen ist, so kann manauch den Titre nach abgewogener Kleesäure nehmen.

392 Eisendoppelsalz ist = 63 Kleesäure, folglich ist 1 Grm. Eisendop-

63

pelsalz == 0,1607 Grm. Kleesäure.

Wägt man also diese Zahl

oder 0,161 Grm. Kleesäure ab, so giebt auch diese den Titre für 1 Grm.reines Eisendoppelsalz.

Die Analyse mit Eisensalz hat dadurch einen grossen Vorzug, dass mansogleich starke Salzsäure anwenden kann, wodurch das Eisenoxyd in Lö-sung übergeht. Bei der im ersten Theile beschriebenen Analyse mitNormalkleesäure löst sich das Eisenoxyd nicht auf und trübt durch seineFarbe das Auftreten der Chamäleonreaction. Es ist deshalb dabei invielen Fällen, insbesondere bei schwachen Braunsteinsorten, eine Filtra-tion nöthig.

Durch Anwendung trockner krystallisirter Kleesäure kann man die