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Siebenundzwanzigstes Kapitel. Schwefeleisen.
sung mit etwas Stärkelösung. Sehr zweckmässig kann man sich des imersten Theile.S. 313 beschriebenen Apparates bedienen. Die Vorlag-flasche enthält etwa zur Hälfte ihres Volums ausgekochtes destillirtesWasser, 100 CC. Zehent-Jodlösung und etwas filtrirte Stärkelösung. Wäh-rend der Entwicklung des Gases trübt sich die Jodlösung von ausge-schiedenem Schwefel. Sie muss aber immer noch blau bleiben. Solltesie sich ganz entfärben, so giebt man mit einer Pipette noch 10 CC.Zehent-Jodlösung durch die Glassplitterröhre hinzu. Zuletzt wird dieEntwicklung durch Kochen befördert, welches durch Dampfbildung zu-gleich alles Schwefelwasserstoffgas austreibt. Am besten wird die Wir-kung des Verfahrens aus einem wirklichen Versuche erhellen.
0,5 Grm. Gahn’sches Schwefeleisen wurde in der beschriebenenArt behandelt. Die Eisenoxydullösung zu 300 CC. verdünnt und100 CC. herausgenommen, erforderten 40,8 CC. Chamäleon; im Ganzenalso 122,4 CC. Von dieser Chamäleonlösung wurden 33,8 CC. ver-braucht, um 0,1 Grm. eben gelösten Eisendraht zu oxydiren. Die 122,4 CC.
entsprechen also = 0,3621 Grm. = 72,42 Proc. metal-
33,8
lischem Eisen.
In die Entwicklungsflasche waren 90,63 CC. Zehent-Jodlösung ge-kommen, und nach geschehener Zersetzung 9,6 CC. zehent-unterschwef-ligsaures Natron verbraucht worden. Der Schwefel ist also durch81,03 CC. Zehent-Jodlösung gemessen; diese geben (mit 0,0016 multi-plicirt) 0,129648 Grm. 25,93 Proc. Schwefel, und wir hätten demnach ge-gefunden:
Schwefel. . . 25,93
Eisen . . . 72,42
98,35
Fremde Stoffe . 1,65
10Ö
Das vorliegende Schwefeleisen enthält also weit weniger als 1 AtomSchwefel (36,36Proc.) und freies Eisen, welches auch mit der Thatsache,dass das entwickelte Gas immer viel freies Wasserstoffgas enthielt, iiber-einstimmt. Ein anderes käufliches Schwefeleisen vom Harz zeigte 27,16 Proc.Schwefel und 69,76 Proc. Eisen, hatte also ebenfalls einen Ueberschussvon Eisen. Wenn das Schwefeleisen mehr als 1 Atom Schwefel, also einegewisse Menge Doppelt-Schwefeleisen enthält, so bleibt derselbe in Säurenungelöst zurück. Man bestimmt dann den löslichen Theil, wie oben, son-dert den ungelösten auf einem Asbestpfropf in einer Glasröhre ab, undbringt nachher den ganzen Asbestpfropf mit seinem Inhalt in Salpetersalz-säure, worin sich der Schwefel zu Schwefelsäure löst und durch Baryt-salze bestimmt werden kann, der Eisengehalt aber in gewöhnlicherWeisedurch Chamäleon bestimmt wird.