Dreissigstes Kapitel. Kupfererze und -Industrieproducte. 229
b) Geschwefelte Erze.
Kupferkies (Cu 2 S -f- Fe 3 S 3 in Procenten: 34,55 Kupfer; 30,54 Eisen;34,91 Schwefel), Buntkupfererz (3 Cu 2 S -)- Fe 2 S 3 ), Kupferglas (Cu 2 S),Kupferstein.
Bestimmung des Kupfers allein.
Es kommt zuerst auf die Aufschliessung und Lösung der Erze an.Sie werden in sehr fein gepulvertem Zustande in einer kleinen Porzellan-schale mit Salzsäure und Salpetersäure erhitzt, bis keine Einwirkung mehrstattfindet, dann wird die Flüssigkeit vorsichtig abgegossen. In der Schalebleibt Schwefel mit etwas Kupfererz leicht zurück. Man brennt denSchwefel ab und röstet die kleine Menge des Kupfererzes in der Schaleselbst. Nach dem Erkalten giesst man nochmals Königswasser auf underhitzt, wobei sich alles bis auf die Gangart vollkommen löst. Man ver-einigt die beiden Lösungen. Der Fall, dass kein Eisen in der Lösungwäre, ist gegen den umgekehrten so selten, dass er kaum beachtet wer-den muss. Man würde nach a) verfahren. In den meisten Fällen ist Eisenvorhanden, und wird dasselbe durch die Behandlung mit Königswasser voll-ständig in Oxyd oder Chlorid verwandelt. Es kommt nun darauf an, beidezu trennen. Bekanntlich enthält das mit Ammoniak aus einer eisenoxyd-haltigen Flüssigkeit gefällte Eisenoxyd immer ansehnliche Mengen Kupfer-oxyd, welche durch Ammoniak nicht ausgezogen werden können. Aufder andern Seite ist die Fällung mit Ammoniak so ungemein bequemund fördernd, dass es der Mühe lohnte, zu versuchen, ob sich nicht dasKupfer dennoch vollständig davon trennen lasse. Dies geschieht durchdie folgende Modification der Fällung. Man giesst die kupferhaltigeFlüssigkeit unter Umrühren in ein Gemenge von reinem und kohlensau-rem Ammoniak, während man sonst umgekehrt zu fällen pflegte. Es istwie immer Ammoniak in einem Ueberschuss vorhanden, welcher die Ent-stehung einer Verbindung, worin das Kupferoxyd die Basis ist, sehr ver-hindert. Man filtrirt sogleich ab. Der Niederschlag ist nicht ganzkupferfrei, aber viel reiner als bei dem früheren Verfahren. Nach demAussüssen des Eisenoxyds übergiesst man es auf dem Filtrum mit war-mer, verdünnter Salzsäure, worin es sich leicht löst. Diese Lösung fälltman noch einmal durch Ammoniak und bringt auf dasselbe ein Filtrum. DieFlüssigkeit läuft hellblau ab und enthält alles Kupferoxyd. Das zumzweitenmal gefällte Eisenoxyd in Salzsäure gelöst, schied mit Schwefel-wasserstoffwasser reinen Schwefel ohne alle Färbung ab.
Beide ammoniakalische Kupferlösungen werden vereinigt, und mitCyankalium nach II, S. 91 das Kupfer bestimmt.
1 Grm. Kupferkies wurde nach der vorbeschriebenen Methode behan'delt. Das erste blaue Filtrat erfordert 65,5 CC. Cyankaliumlösung. DerNiederschlag wurde nochmals in Säure gelöst, und wieder mit Ammoniakgefällt.
Die zweite blaue Lösung erforderte 4,5 CC., beide zusammen 70CC.
0,1 Grm. reines Kupfer in Salpetersäure gelöst und mit Ammoniak