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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
ker Salpetersäure und verdampft zur Trockne. Aus dem feingeriebenenRückstände zieht man mit Ammoniak und kohlensaurem Ammoniak dasZink vollständig aus, und bestimmt mit Schwefelnatrium und Nitroprus-sidnatrium; oder nach Uebersättigen mit Essigsäure mit Ferridcyan-kalium, Jodkalium und unterschwefligsaurem Natron.
Aus dem Rückstände auf dem Filtrum kann man nach Bedürfniss dasEisen und Mangan bestimmen.
Die Analytiker der Zinkhütten bedienen sich seltener der systema-tischen, sondern der empirischen Flüssigkeiten. Diese enthält im Litre10 Grm., im Cubikcentimeter 0,010 Grm. Zink.
Eine solche Lösung erhält man, wenn man von reinen Stoffen 10 Grm.metallisches Zink, oder 12,459 Grm. Zinkoxyd, oder 44,122 Grm. kry-stallisirten Zinkvitriol, oder 68,184 Grm. schwefelsaures Zinkoxydkalizum Litre löst. Diejenigen, welche die Nitroprussidmethode vorziehen,übersättigen ihre Lösung vor dem Ausfüllen der Titreflasche stark mitAmmoniak bis zur vollständigen Klärung; diejenigen, welche die Ferrid-cyanmethode vorziehen, werden am besten das Zinkdoppelsalz anwenden.
2) Blonde oder Schwefelzink.
Die Blende läst sich im gepulverten Zustande leicht aufschliessen.Mit Salzsäure entwickelt sie Schwefelwasserstoff'. Am besten löst manmit Salzsäure und Salpetersäure auf, von welchen Säuren man nichtzu viel zusetzt. Die Lösung enthält das immer vorhandene Eisen alsOxyd.
Man fällt das Eisen mit kohlensaurem Natron bis zur Abstum-pfung der freien Säure und Kochen mit essigsaurem Natron; im Filtratbestimmt man das Zink wie oben.
Man kann auch das Eisenoxyd in der Kälte mit geschlämmter Kreideoder reinem kohlensauren Kalk fällen und filtriren.
Mit Bleiglanzgehalt.
Nicht selten ist die Blende sehr bleihaltig, oder richtiger mit Blei-glanz durchsetzt, so dass man mechanisch nicht trennen kann. Zur Be-stimmung des Zinks muss das Blei abgeschieden werden.
Man sättigt die Lösung in Salz- und Salpetersäure mit kohlensau-rem Natron, bis die ersten Eisenoxydflocken erscheinen, dann setzt manreichlich von einer Lösung von schwefelsaurem Kali oder Natron zuund filtrirt nach einiger Zeit. Die durchgelaufene Flüssigkeit versetztman mit essigsaurem Natron, kocht, filtrirt und bestimmt das Zink wieoben.
Will man Eisen und Blei bestimmen, so muss man erst die Blende-lösung filtriren, und dann mit Glaubersalzlösung fallen. Man erhält dasschwefelsaure Bleioxyd allein, welches man dem Gewichte nach bestimmt.Aus dem Filtrat fällt man das Eisenoxyd mit kohlensaurem und essig-saurem Natron und Kochen. Das ausgewaschene Eisenoxyd vom Filtrum