238
Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
Schwefelwasserstoff als Schwefelzink gelallt, während Nickel nicht gefälltwird. Man sollte danach glauben, dass die Trennung dieser drei Me-talle keine Schwierigkeit hätte; in der Wirklichkeit zeigt sich aber, dassdie Trennung von Zink und Nickel aus der essigsauren Lösung durchSchwefelwasserstoff' nicht vollständig ist, und dass sich etwas Nickel alsSchwefeluickel nutfällt (Iiose’s ausführliches Handbuch der anal. Chein. II,S. 984). Jedoch geschieht dies nicht immer, sondern wenn man sehrlange Schwefelwasserstoff' einleitet. Unter Zugrundelegung dieser That-sachen würde sich die Analyse des Argentans so gestalten: Man löst dasArgentan in Salzsäure unter tropfenweisem Zusatze von Salpetersäureauf, indem man Sorge trägt, von letzterer Säure nicht zu viel zuzusetzen,verdiinnnt mit Wasser und fällt das Kupfer durch Schütteln mit Schwe-felwasserstoffgas. Das ausgewaschene Schwefelkupfer bestimmt man aufeine beliebige Weise als Oxyd, oder nach Lösung und Fällung durchZink als metallisches Kupfer.
Zu dem nach Schwefelwasserstoff' riechenden Filtrate setzt manessigsaures Natron, um die freie Säure in Essigsäure zu verwandeln, undfährt mit Einleiten von Schwefelwasserstoff fort, bis das Zink gefällt ist.Man filtrirt vom Schwefelzink ab, welches man nun selbst weiter bestimmt.
Aus dem Filtrate kann man nach Verflüchtigung des Schwefelwas-serstoffs das Nickeloxyd durch Aetzkali fällen, auswaschen und im ge-glühten Zustande wägen. Diese Methoden sind jedoch nur die gewöhn-lichen gewichtsanalytischen, und es ist dadurch für die Technik nichtsgewonnen, welche auf leichtere Weise und mit geringerem Zeitverlustanalytische Resultate zu erhalten benöthigt ist. Herr Hermann Mastein Iserlohn hat sich vielfach damit beschäftigt , die Methoden derMaassanalyse auf die Zersetzung des Neusilbers anzuwenden, und hierbeimanche schätzenswerthe Beobachtungen gemacht, deren Resultate zumTheil auch negativer Natur sind. Er fand zunächst, dass wenn man Zinkund Nickel beide durch Schwefelwasserstoff zu Schwefelmetallen fällt,diese sich nicht durch verdünnte Salzsäure von einander trennen lassen,was man aus ihrem Verhalten einzeln hätte vermuthen können.
Er fand ferner, dass wenn man die gefällten Oxyde in Cyankaliumlöst, durch Schwefelnatrium allerdings ein Niederschlag von Schwefelzinkentsteht, dass aber bei Weitem nicht alles Zink auf diesem Wege gefälltwird. Ebenso wenig gelang die von Wöhler vorgeschlagene Methode,die Oxyde in Cyanwasserstoffsäure zu lösen und das Zink mit Schwefel-natrium oder Schwefelkalium zu fällen. Wenn man das Filtrat vomSchwefelzink erhitzt, so trübt es sich von Neuem und lässt nochmalsSchwefelzink von körniger Consistenz fällen. Man ist der vollständigenFällung des Zinks gar nicht sicher. Ebenso fand er, dass das mit unter-chlorigsaurem Natron niedergeschlagene schwarze Nickeloxyd in seinerZusammensetzung schwankend ist und deshalb oxydometrisch mit Eisen-doppelsalz gemessen unrichtige Resultate giebt.
Um nun die einzelnen Methoden auf die Richtigkeit ihrer Resultate