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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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244 Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.

Das Filtrat versetzt man mit unterchlorigsaurem Natron, vermischtund lässt bedeckt 24 Stunden stehen, wodurch das Mangan als Oxyd-hydrat gefällt wird. Dieses kann man mit Eisendoppelsalz und Chamä-leon bestimmen.

Aus dem Filtrate vom Manganoxydhydrat kann man den Kalk durchKleesäure fällen und mit Chamäleon bestimmen, aus dem Filtrate vomkleesauren Kalk die Bittererde mit pho3phorsaurein Ammoniak fällen undnach Gewicht bestimmen, oder man löst in Essigsäure, fallt mit essig-saurem Natron und Eisenalaun, filtrirt von phosphorsaurem Eisenoxyd ab,wäscht aus, löst dieses in Salzsäure und reducirt mit Zink. Das Eisenwird mit Chamäleon bestimmt und nach I, S. 218 berechnet.

Einundvierzigst.es Kapitel.

A l a u n e r d e.

Die Alaunerde ist ein erdiges Gemenge von fein vertheiltem Schwe-felkies, Thon und Braunkohle.

Man pulverisirt die zu untersuchende Probe, trocknet sie im Wasser-bade oder im Sandbade bei 110° C., bringt die Substanz in ein weithal-siges, mit gut schliessendem Stopfen versehenes Glas, aus welchem mandie einzelnen Proben abwägt.

1) Bestimmung des Schwefels.

Man vermischt 1 Grm. Alaunerde mit 5 bis 6 Grm. eines Gemengesvon gleichen Atomen reinen kohlensauren Kalis und Natrons (etwa4 Thle. kohlensaures Kali und 3 Thle. kohlensaures Natron) und 1 Grni.chlorsauren Kalis; dieses Gemenge erhitzt man in einem Platintiegel, bises mit merkbarem Zischen (Kohle) anfängt, zersetzt zu werden. Man ver-mindert das Feuer, bis dies vorüber ist, hebt den Deckel ab und giebtin das schwärzliche Gemenge kleine Mengen chlorsaures Kali, bis dieMasse eine rothbraune Farbe angenommen hat. Die Masse schäumt et-was auf, spritzt aber nicht. Gegen Ende giebt man starkes Feuer, da-mit alles ruhig fliesse. Der Tiegel sammt Inhalt wird in heissem destil-lirten Wasser gelöst, filtrirt und vollkommen ausgesüsst. Nun wird dieBestimmung der Schwefelsäure durch gemessene Mengen Normal-Chlor-bariumlösung (I, S. 90) vorgenommen, nachdem man das kohlensaureAlkali eben mit reiner Salzsäure übersättigt hat. Es wird dann voll-ständig mit kohlensaurem Ammoniak gefällt, filtrirt und der kohlensaureBaryt auf dem Filtrum mit Normalsalpetersäure (I, S. 71) bestimmt.

Die CC. Normal-Chlorbariumlösung, weniger die CC. Normal-