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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
Sechsundvierzigstes Kapitel.
Erdmann’s S c li w i m m e r.
Professor Erdmano hat zur sichern Beobachtung des Standes derFlüssigkeiten in den Büretten einen Schwimmer angegeben, welcher einewesentliche Verbesserung ist. Es ist gleichsam ein kleines Araeometer,welches nur eine zirkelförmige Marke in der Mitte des weiten Theiles
Fig. 29.
der Spindel hat. Eine wesentliche Bedingung bestehtdarin, dass der Schwimmer ganz vertical schwimmt,also seinen Schwerpunkt in der geometrischen Vertical-axe hat. Diese kleinen Spindelchen sind nicht ganzleicht anzufertigen. Zunächst muss man eine Glasröhrewählen, die bei vollkommener Rundung überall gleicheWandstärke, im Ganzen aber dünne Wände hat. Manzieht sie vor der Lampe unter beständigem Drehenin eine längliche Spitze aus, und bläst ein kleines Kü-gelchen daran; dann zieht man das obere Ende eben-falls in eine lange Spitze aus. Der Schwimmer wirdnun mit Quecksilber beschwert, bis er zum engen Theiledes obern Halses in Wasser oder einer beliebigen Titrir-fliissigkeit, z. B. Normalsalpetersäure, einsinkt. Da dieTitrirflüssigkeiten alle sehr verdünnt sind, so kann mandie Ajustirung in gewöhnlichem Wasser vornehmen.Man erwärmt den Körper des Schwimmers über einerFlamme und taucht dann die Spitze in Quecksilber.
Erd mauu'sSchwimmer.
Beim Abkühlen steigt das Quecksilber in den Schwimmer. Man setztden gefüllten Schwimmer in Wasser, um seine Eintauchung zu beobachten.
Nach dem Erhitzen lässt man entweder noch mehr Quecksilber hinein oder
schüttelt einiges heraus, wobei man zu beachten hat, dass kein Wasser zudem noch offenen Ende hineinlaufe. Dasselbe beschlägt nämlich dieinnere Seite des Schwimmers und lässt den Strich nicht in der Runde er-kennen. Wenn man dem auf dem Wasser sitzenden Schwimmer an derSpitze eine Drehung giebt, so erkennt man, ob er gerade schwimmt,oder ob er schlägt. Im letztem Falle ist er nicht zu gebrauchen. Nachgehöriger Belastung mit Quecksilber schmilzt man das obere Ende zu,nachdem man durch Erwärmung etwas Luft ausgetrieben hat, und biegtdas Ende zu einem Ringelchen. Die Eintauchung bis an den dünnenTheil des Halses ist nothwendig, um jede Capillarität zwischen Schwim-mer und Bürette zu beseitigen. Der freie Zwischenraum zwischen demKörper des Schwimmers und der Bürette kann 1 Millimeter betragen.Man hat nun noch den Kreisstrich anzubringen. Auch dieser muss senk-