Sechsundvierzigstes Kapitel. Erdmann’s Schwimmer. 257
recht auf der Verticalachse stehen. Man spannt den Schwimmer in ei-nen gebohrten Kork, der in der Spindel der Drehbank steckt, und dasfreie Ende mit Tuch geschützt in das conische Loch des Reitnagels ander Drehbank. Beim Herumdrehen der Spindel der Drehbank sieht man,ob der Schwimmer central läuft, was in jedem Falle erreicht werden muss.Man hält nun den Diamant, der in einem Charnier beweglich ist, an denSchwimmer, während man denselben mit der Spindel der Drehbankherumdreht. Der Strich muss äusserst zart sein. Beim Gebrauch lässtman den Schwimmer ein für allemal in der für ihn bestimmten Bürette.Beim Ablesen beachtet man gar nicht den Stand der Flüssigkeit, sondernnur die ringförmige Marke. Die Bürette steht auf 0, wenn der Ringbei 0 steht, in welchem Falle die Flüssigkeit noch ziemlich über 0 steht.Da dies für alle Lagen des Schwimmers gleich bleibt, so ist die Ablesungrichtig. Die Schwimmer sind mit Sicherheit nur bei sehr calibrischenBüretten zu gebrauchen; sind die Büretten conisch, so stimmen seine An-zeigen in dem engen und weiten Theile der Röhre nicht mit den directenAblesungen ohne Schwimmer. Bei engen Röhren ist er entbehrlich,bei weiten leistet er aber wesentliche Dienste.
Mohr’s Titrirbuch. II. Abthlg.
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