392
ren, Affen und Elephanten, und badeten in der Seine, denn es war sehrheiß und staubig auf dem Blut- und Schweißfclde von Grcnelle (Blut-felde, denn Ney ist dort erschossen worden); hierauf promenirten wir imGarten der Tuilcrien und blieben bis spät Nachts im Palais Ropal,damals freilich ohne alle Königliche Würde und Haltung, für das stürmendeTreiben jugendlicher Kriegsgescllen jedoch von ganz besondern: Reiz. Ichtraf hier viele meiner Jugend- und Kampfgefährten, beschaute im Laksäs inills soloimss die, wie man mir erzählte, schönste Frau von Pa-ris, belachte im Illsatrs äu momls snsisn die etwas sehr frivolenDarstellungen einer ächt französischen Harlequinade, und vom Lass clsla rotonäs, dem Hauptstapelplatz fast aller europäischen Militair-Illu-strationen, zur Zeit also ein buntes Gemisch von Uniformen, erschienenwir müde und übernächtigt den 5ten Morgens sehr früh auf dem Rendez-vous des Regiments, welches sogleich wieder nach Montfort abmarschirte.
Wenige Tage darauf rückten wir, über Drcur, Mortagne und le Mans,bis unfern der herrlichen Ufer der Loire, wo meine Compagnie, aufeinem großartigen Landsitze des Marquis St. Vincent und, wie er unswohl zwanzig Mal des Tages versicherte, treuesten Anhänger der Bour-bons, Quartiere bezog. Hier haben wir bei einem wahren göttlichenSchlaraffenleben und Nichtsthun einige Wochen von den eben bestande-nen Friedens-Fatiguen ausruhen können; denn sonderbarer Weise trafuns auf unsern eben zurückgelegten Marschtouren niemals die bezüglicheOrdre zur rechten Zeit, bald mußten wir warten und harren und biszum Sterben uns ennupiren, bald mußten wir eilen, als wie ein armerSoldat, wenn er den Zapfenstreich überhörte. — Und die zwei Tageund drei Nächte in Paris, sie konnten für eben so viel Schlachten undGefechte gezählt werden. —
Von Ncvcillon, so hieß unser Eldorado, unternahm ich, mit Zugcständ-niß meines Commandeurs, eine Ercursion nach dem klassischen Bocage,der treuen Vcndse. Die damals eben erschienenen Memoiren der Madamela Roche-Jacquclin, früheren vsuvs Lsssurs, in der Hand, durchwanver-ten wir, mein junger Wirth und ich, die Kampfcsfelder des cbcngcnann-ten Helden von Clisson, in welchem Chäteau wir nächtigten, von Stofflet,Charette, und dehnten selbst bis Nantes, auf dessen großem Marktplatze