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1 (1846) Befreiungskrieg von 1813, 1814 und 1815 / von Wilhelm von Rahden
Entstehung
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18ÜS - 1812.

Jahr 1809 war ein gutes deutsches Jahr. Der heroische KampfOesterreichs, um das französische Joch abzuschütteln, fand überall die schön-sten Anklänge; es regte sich an mehreren Orten die deutsche Kraft undtüchtige Männer übten sich in ritterlicher That. Gedenken wir hierbei desHerzogs von Braunschweig, unseres Schill und der herrlichen Tyroler!Aber noch immer fehlte es an Einheit und ausdauerndem Sinn, und soschnürte sich diesmal die Zwingherrschaft Napoleons nur noch fester zusam-men und drohte, uns zu ersticken. Doch waren deutliche Vorboten der na-henden größten Epoche für Deutschlands Waffenruhm und deutsche Volks-kraft hervorgebrochen. Drum nannte ich es ein gutes deutsches Jahr.Ohne die weltbekannten Ereignisse desselben näher beschauen zu wol-len, bleibe ich meinem Vorsätze getreu, die Eindrücke des Augenblickesund des Erlebten in meiner damals sehr beschränkten militairischen Sphärehier wieder zu erzählen. Ich war nämlich königlich preußischer Bom-bardier.

Nur zwei Meilen von Glatz, dicht an der Grenze, im böhmischen Städt-chen Nachod sammelte der Herzog von Braunschweig sein braves Corps.Es bestand meist aus Preußen, Offizieren verschiedener Waffengattungen,welche fast alle in den kleinen Städten Schlesiens vertheilt, mit ihremkärglichen halben Gehalte in Trübsal und oft erniedrigender Abhän-gigkeit die Folgen des unglücklichsten der Feldzüge ertrugen oder viel-mehr nicht länger ertragen konnten. Viele von ihnen eilten in's Corpsder Rache einzutreten; so nannte die Volksstimme die Schaar Braun-ichweigs, und dessen symbolisches Feldzeichender Todtenkopf" mit demw6Monw mori" deutete den eigenen heldenmüthigen Entschluß an.

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