403
selbst hierüber zu erzählen, kannte jeden Namen, und verstand es vor-trefflich, jedes fremde Verdienst hoch empor zu heben.
Man sah es deutlich, daß die edle Seele vor Freuden glühte imAndenken an Preußens wiedererrungcnen Ruhm und Glorie, und viel-leicht waren dies die letzten Sonnenblicke am kummerumwölktcn Abendedes genannten Fürsten.
Welche hohe Wahrheit liegt in eines berühmten Militair-Schriftstel-lers, des Generals von Valentin:, Urtheil über Hohcnlohe! Er sagt:
„Fürst Hohenlohe feierte in der Rhein-Campagne seine glänzendste„und glücklichste Zeit; im Alter von vierzig bis fünfzig Jahren, be-„ gabt mit allen Talenten und allem nöthigen Wissen eines Feldherrn,„wobei vor Allem der edlen, wahrhaft fürstlichen Haltung und einer„ stolzen Ruhe des Kriegers, die ihn keinen Augenblick verließ, gedacht„werden muß."
„ Den Heroen der Zeit des Marschalls von Sachsen hätte er sich„würdig anschließen dürfen, und es bleibt nur allein die Frage: ob„er den größeren Schwingungen der späteren Zeit nicht gewachsen„war, oder ob er nur den Umständen erlag, da das Glück ihn ver-fassen hatte?" —
„Zu groß denkend, um je auf eigene Vortheile Rücksicht zu neh-„men, und zu stolz, um begangene Fehler mit denen der Untergebe-nen zu rechtfertigen, gehört der viel verkannte und viel geschmähte„ Fürst von Hohenlohe jedenfalls zu den edelsten Naturen, die je einen„ Commandostab führten."
So weit Valentins
Es thut innig wohl, wenn man solche Männer und solche Stimmen,wie Valentini, Grolman, Clauscwitz, Thile u. m. A., sich jetzt vereinensieht, um die ungeheuere Bürde zu heben und abzulösen, welche Mißgeschickund Ungunst der Verhältnisse, Unverstand Anderer, Neid und schändli-cher Undank auf das Andenken eines heldenmüthigen Fürsten und Krie-gers häuften, dessen größter Fehler es war, daß er das Glück, welcheseinst sein Verdienst himmelwärts gehoben, nicht zu fesseln vermochte; unddessen höchster Nachruhm es ist, daß er in edler, stolzer Sclbstverläug-nung die schwere Prüfungszeit hochherzig ertrug, und es stets verschmähte,
26 *