Eisen und Silber.
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geschicktere Arbeit ändern oft vollständig trotz derselben Materialien dieResultate zweier aufeinander folgender in demselben Ofen von demselbenArbeiter ausgeführter Chargen, und da in den meisten Fällen bei derarti-gen Proben, wie die vorliegende, der Arbeiter unter Aufsicht arbeitet, solässt sich im Allgemeinen ein besserer Erfolg erwarten. Zur Glaubwür-digkeit solcher Proben gehört aber vor Allem die Unparteilichkeit einesnur für die Wissenschaft oder den allgemeinen Nutzen arbeitenden Mannes,frei von dem Interesse, welches ein nur seinen eigenen Vortheil verfolgen-der Patentjäger zu haben pflegt.
Faraday und Stodart schmolzen Silber und Stahl zusammen underhielten folgende Resultate 1 ). Wenn eine Mischung dieser Metalle langeim geschmolzenen Zustande erhalten wird, so scheint sich eine vollständigeLegirung zu bilden; aber beim Erstarren erscheinen Kügelchen reinenSilbers an der Oberfläche des Königs, welche aus dem Inneren ausgepresstwerden.
Wenn ein geschmiedeter Stab dieses Metalls mit verdünnter Schwe-felsäure behandelt wird, so erscheint das Silber fadenartig durch dieMasse verzweigt, und das Ganze hat das Aussehen von Bündeln aus Sil-ber- und Stablfasern, gleichsam als wären beide zusammengeschweisst.Die Fasern sind zuweilen 1 /g Zoll lang. Nach lange andauernder, starkerErhitzung wurden nicht nur die Tiegelwände, sondern häufig auch derDeckel des Tiegels mit einem feinen Thau von ganz kleinen Silberkügel-chen beschlagen. Silber und Stahl wurden in verschiedenen Verhältnissen,wie folgt, zusammengeschmolzen:
1. Ein Theil Silber und 160 Thle. Stahl. Die Metallkönige warenganz gleichartig aus Bündeln von Stahl- und Silberfasern zusammen-gesetzt, auch schieden sich beim Erstarren Silberkügelchen aus, welchesich auf der Oberfläche des Königs ansammelten. Beim Ausschmieden desletzteren sonderten sich noch mehr Silberkügelchen ab. Die ausge-schmiedeten kleinen Barren oxydirten sich sehr schnell an feuchter Luft.
2. Ein Theil Silber und 200 Thle. Stahl. Silberbündel und aus-gepresste Silberkügelchen zeigten sich reichlich.
3. Bei Anwendung von einem Theil Silber und 300 Thln. Stahlverminderten sich die Silberfäden etwas, aber waren noch
4. bei dem Product aus einem Theil Silber und 400 Thln. Stahlvorhanden.
5. Als endlich 1 Theil Silber mit 500 Thln. Stahl zusammenge-schmolzen wurde, entstand ein Metallkönig, auf dessen Oberfläche keineSilberkügelchen mehr zum Vorschein kamen, noch zeigte sich Silberthauan den Wandungen oder dem Deckel des Tiegels. Nach dem Ausschmiedenund Beizen mit Säuren fanden sich, auch bei der stärksten Vergrösserung,keine Silberfäden mehr in der Legirung. Das Metall, obschon sehr hart,liess sich ausgezeichnet gut schmieden und wurde als „entschieden besser
') Quarterly Journal of Science, Literature, and the Arts 9. p. 325. 1820.