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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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240
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240 Chemische Eigenschaften.

als der allerbeste Stahl bezeichnet. Diese Güte wurde der chemischenVerbindung einer sehr geringen Menge Silber zugeschrieben, welche manallerdings in jedem Theile des Stabes fand. Es wurde nun ein Versuch ingrösserem Maassstabe gemacht, indem man 8 Pfd. sehr guten indischenStahls ( Indian Steel ) mit l / 500 Gewichtstheil reinen Silbers zusammen-schmolz. Das Product zeigte an der Oberfläche sowohl als im Bruche einvorzügliches Ansehen; es war härter als der beste Gussstahl, selbst härterals indischer Wootz, und zeigte durchaus keine Neigung, Risse zu er-halten, weder beim Hämmern, noch beim Härten *).

Ferner wurde versucht, Stahl und Silber durch Cementation zu legi-ren, aber ohne Erfolg. Ein kleines Stück Stahl in Blattsilber (nach demVerhältniss von 160:1) gehüllt, wurde in einen Tiegel gethan, welcherdann mit gestossenem grünen Glas gefüllt und drei Stunden lang inWeiss-gluth erhalten wurde. Das Silber war zwar geschmolzen und haftete andem Stahl; verbunden hatte sich aber gar nichts.

Stodartund Faraday empfehlen, überall wo es auf vorzüglicheGüte des Stahls ankomme, sich einer solchen Legirung mit Silber zu be-dienen; dieses mit anderen Erfahrungen so gänzlich im Widerspruch ste-hende Resultat schreibt Karsten, und sicherlich mit Recht, dem Um-stande zu, dass jene Experimentatoren überhaupt keine Verbindung desSilbers mit Stahl, sondern nur eine Beimengung von etwas Silber zumStahl zu Stande gebracht haben 2 ).

Eisen und Gold.

Gold und Eisen lassen sich leicht legiren. Früher glaubte man, dassdie Geschmeidigkeit und Schmiedbarkeit des Goldes durch Zusatz selbsteiner sehr geringen Menge Eisen sehr vermindert, wenn nicht gar zerstörtwerde, bis Hatchett durch die folgenden Experimente bewies, dass dieseAnsicht irrig sei 3 ).

1. Feingold wurde mit 8,3 Proc. reinen Eisendratbs geschmolzenund das Ganze, nachdem es gut vermischt war, in einer gefetteten Eisen-form zu einem Barren ausgegossen. Die Legirung hatte eine blass-gelblich-graue Farbe, welche sich dem Matt-weissen näherte; sie war sehr dehnbarund konnte ohne Schwierigkeit aus der Dicke von einem Zoll auf die einerGuinee ausgewalzt werden; sie Hess sich leicht zu Münzscheiben ausstan-zen, welche mit grösster Leichtigkeit ohne vorheriges Glühen geprägtwerden konnten.

r ) Phil. Trans. 1822. p. 257. 2 ) Eisenhüttenkunde I. 495. 8 ) Phil. Trans.1803. p. 37.