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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Eisen und Platin.

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2. Feingold wurde mit 8,3 Proc. Gussstahl in Gestalt dünnenBleches legirt, indem letzteres zu dem eingeschmolzenen Golde gesetztward. Die Legirung glich in allen Beziehungen der vorigen.

3. Feingold wurde mit 8,3 Proc. Gusseisen in Form von Nägelngeschmolzen; das Experiment wurde in derselben Weise ausgeführt; dieerhaltene Legirung zeigte dieselbe Beschaffenheit wie die vorige.

Hieraus schloss Hatchett, dass Gold, mit Eisen, Stahl und Gusseisenim Verhältniss von 22 Theilen Gold auf 2 eines dieser Stoffe legirt, wederspröder noch härter werde, da es sich hämmern, walzen, stanzen liesseohne vorheriges Ausglühen.

NaGh Faraday und Stodart bildet Gold eine gute Legirung mitStahl 1 ). Uebrigens machten diese Experimentatoren keine Versuche imgrossen Maassstabe und waren bezüglich des Werthes der Legirung unent-schieden. Das specifische Gewicht einer gehämmerten Legirung von Stahlmit 1 Proc. Gold fanden sie zu 7,870.

Eisen und Platin.

Eisen und Platin scheinen sich gut zu legiren, wie jeder Chemikerweiss, der das Unglück hatte, dass sich beim Erhitzen einer eisenhaltigenVerbindung im Platintiegel Eisen durch irgend einen Zufall reducirte.Das Eisen verbindet sich so fest mit dem Platin, dass sich alle Versuche, esdurch Kochen mit Chlorwasserstoffsäure oder Schmelzen mit doppeltschwe-felsaurem Kali zu entfernen, meistens als vergeblich erweisen. Es lässtsich zwar durch solche Behandlung wieder eine vollkommen blanke Ober-fläche erzielen; aber erhitzt man den Tiegel von Neuem zur Rothgluth,so giebt sieh die Gegenwart des Eisens durch Schwärzung des betreffendenTheils im Inneren kund. Dass übrigens für Eisenhüttenleute die Kennt-niss der Einwirkung des Eisens auf Platin nicht ganz unwichtig ist, be-weist die Thatsache, dass vor nicht langer Zeit ein Stahlfabrikant in einempublicirten Aufsatze über Eisen die Möglichkeit darlegte, Platin stattdes Eisens als Boden der Puddelöfen anzuwenden 2 )!

Nach Faraday und Stodarts Beobachtungen legiren sich Stahlund Platin gut in allen Verhältnissen, und schmilzt Platin in Berührungmit Stahl bei einer Temperatur, bei welcher Stahl allein noch nicht in

b Quarterly Jouru. a. c. p. 329. 2 ) Extracts from Miscellaneous Observa-tions on the Manufacture of Iron etc., d. h. Auszüge aus verschiedenen Beob-achtungen über die Eisenerzeugung etc. Von Richard Soll), auf den Lead-brook-Eisenwerken in Staffordshire und zu Sheffield. Ein Aufsatz, gelesen vorder Geologischen und Polytechnischen Gesellschaft des West- Iiiding-Districts inYorkshire, in welchem es heisst: Platin wird wahrscheinlich dem (oben genannten)Zweck entsprechen, falls es in hinreichenden Mengen Vorkommen und billig genugwerden sollte.

Percy, Metallurgie. 11,

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