242 Chemische Eigenschaften.
den flüssigen Aggregatzustand übergeht 1 ): Diese Experimentatoren er-hielten folgende Resultate:
1. 50 Theile Stahl und 50 Theile Platin. Die Legirung wird alsprachtvoll beschrieben, von der schönsten Farbe, welche zur Anwendungfür Spiegel gedacht werden kann; sie nimmt eine hohe Politur an, istschmiedbar, läuft nicht an und hat ein specifisches Gewicht von 9,862.
2. 20 Thle. Stahl und 90 Thle. Platin. Die Legirung war voll-kommen; sie liess sich schmieden, zeigte keine Tendenz zum Anlaufen undhatte ein specifisches Gewicht von 15,88.
3. 80 Thle. Stahl und 10 Thle. Platin. Ein vortreffliches Metall-gemisch erfolgte. Es wurde geschliffen und fein polirt, zeigte sich aberwegen des feinen Damastes auf der Oberfläche für Spiegel-nicht geeignet.Diese Legirung zeigte, nachdem sie viele Monate an der Luft gelegenhatte, nicht ein Fleckchen an ihrer Oberfläche, während eine aus den-selben Gewichtsmengen Stahl und Nickel bestehende Legirung unter glei-chen Bedingungen mit Rost bedeckt worden war. Das specifische Gewichtdes mit 10 Proc. Platin legirten Stahls war == 8,100, das einer gehäm-merten Legirung von Stahl mit 1,5 Proc. Platin = 7,732.
Es wurden ferner Drähte von Stahl und Platin von ziemlich gleichemDurchmesser zusammengepackt. Man fand, dass sie vollkommen und mitderselben Leichtigkeit wie Stahl und Eisen schweissten. Als man Säurenschwach auf die polirte Oberfläche eines so hergestellten und ausge-schmiedeten Stabes einwirken liess, zeigte sich eine prachtvolle Damasei-rung von dunklen und weissen Wolken. Einige der grössten Stahlwolkenschienen von einer Legirung beider Metalle in Folge von Cementationherzurühren.
Experimente in grösserem Maassstabe wurden zu Sheffield unterLeitung von Faraday und Stodart angestellt.
Zehn Pfund guten indischen Stahls (Indian Steel) wurden mit f/^oPlatinschwamm geschmolzen. Die erzeugten Stäbe zeichneten sich durchGlätte der Oberfläche und schönen Bruch aus. Die Legirung war wenigerhart, aber viel zäher als eine Legirung von 8 Pfd. Stahl mit '/joo Silber.Sie wird stark von verdünnter Schwefelsäure angegriffen 2 ). Wenn einStück Stahl und ein Stück dieser Platinlegirung in eben dieselbe verdünnteSchwefelsäure gleiche Zeit eingetaucht werden, so entwickelt dieseseinige hundert Mal mehr Gas als jenes. Diese Eigenschaft erhält derStahl schon durch Legirung mit sehr geringen Mengen Platin. Sovermehrt '/^o schon die Reaktion sehr; bei 1 / 200 und 1 / 10 o ist sie aus-nehmend stark; dagegen ist sie bei 10 Proc. durchaus nicht sehr heftig;bei 50 Proc. endlich nicht stärker als bei Stahl allein, und eine Legirungvon 90 Thln. Platin und 20 Thln. Eisen wurde gar nicht von der Säure an-
') Quarterly Juurn. a. eit. — 2 ) Pliil. Trans, a. c. p. 257.