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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Grossbritannien.

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der äussere dagegen aus Eisenoxydhydrat, offenbar eine Folge atmosphärischer Zer-setzung. Es wurde kein durch Schwefelwasserstoff fällbares Metall in einer Lö-sung von 880 Grains des Erztheiles Nr. 7 entdeckt; dagegen fanden sich ausser-ordentlich geringe Spuren Kupfer und Blei in einer Lösung von 744 Grains desTheiles Nr. 8, so dass diese Metalle dem Erze durch Wasser von aussen zugeführtzu sein scheinen.

9. Von Banbury in Oxfordshire (Gruppe 9). Dieses Erz kann nicht alseigentliches Eisenerz betrachtet werden. Von den 7,36 Proc. unlöslichen Rück-standes waren 5,02 in verdünnter Kalilauge löslich.

10. Von Woodstock in Oxfordshire (Gruppe 9), vom Grundeigenthumdes Herzogs von Mariborough. Die Analyse stellt ein Mittel von mehreren Stufendar. Das Erz gleicht im Aeussern sehr den gelbbraunen Varietäten von Nort-hamptonshire. Es kommt in Marlstone zwischen oberem und unterem Lias vor.

11. Von Brigg in Lincolnshire (Gruppe 9 oder 12). Es gleicht demvorhergehenden, kommt als oberflächliche Ablagerung vor, ohne dass bisher seinegeologische Stellung genau bestimmt worden ist.

12. Von Dorsetshire (Gruppe 9 oder 12), vom Grundeigenthum des Grafenvon Shaftesbury. Es gleicht dem vorhergehenden.

13. Von Seend in Wiltshire (Gruppe 12). Die analysirte Stufe glichsehr dem vorher beschriebenen Erze und war vom Ausgehenden genommen, wodie Atmosphärilien oxydirend eingewirkt hatten. Es ist als ein sehr kieselreicheserdiges Eisenoxydhydrat anzusehen. Sein Vorkommen gehört dem unteren Green-sand an.

Tabelle V. Spatheisensteine.

1. West Level (westlicher Stollen), Tow Law - Eisenhütte zuWeardale in Durham (Gruppe 3). Das Erz besteht im Wesentlichen aus Eisen-oxydhydrat und kohlensaurem Eisenoxydul und ist offenbar das Resultat einerunvollständigen Zersetzung des Spatheisensteins durch vereinte Einwirkung vonLuft und Feuchtigkeit. Flussspath und Bleiglanz kommen mit diesem Erze zusam-men vor. Eine kleine Menge Flussspath haftete an der Stufe, von welcher dieProbe zur Analyse genommen worden war, war aber vorher vorsichtig davon los-getrennt worden. Eine Spur Blei wurde in 400 Grains Erz nachgewiesen.

2. Rispey Vein (Rispey-Gang) zu Rookhope (Gruppe 3), in einemSeitenthale von Weardale. Das Erz ist Spatheisenstein. Wird ein Stück davon inChlorwasserstoffsäure digerirt, bis alles Lösliche entfernt ist, so bleibt ein kieseligesSkelett von Form und Grösse des angewendeten Stückes zurück. Kein durchSchwefelwasserstoff fällbares Metall wurde in der Lösung von 1000 Grains Erzgefunden.

3. Weardale in Durham (Gruppe 3). Spatheisenstein, von hellbraunerFarbe. Durchscheinende, farblose Quarztbeilchen fanden sich in der Masse einge-sprengt und Hessen sich deutlich unterscheiden. Das Erz enthalt etwas Kupfer:1000 Grains Erz ergaben 0,26 Kupferoxyd (Cu O).

4. Weardale in Durham (Gruppe 3). Es war im Wesentlichen Braun-eisenstein, als Zersetzungsproduct von Spatheisenstein. Die Farbe war chokoladen-braun. Es enthielt eine Spur Kupfer.

Nr. 1 bis 4 kommen im Kohlenkalke vor.

5. Brendon-Hügel in Sommersetshire (Gruppe 11). Das Erz bestand imWesentlichen aus krystallisirtem kohlensaurem Eisenoxydul mit dünnen Blättchenfettigen Rotheisensteins, welche unregelmässig in der Masse vertheilt waren. DieOberfläche hatte durch Oxydation ihre Farbe geändert und es wurde deshalb die