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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

Probe zur Analyse aus dem Innern genommen. Eine sehr geringe Spur Phosphor-säure, aber kein Schwefel wurde in 120 Grains des Erzes gefunden. Kein durchSchwefelwasserstoff fällbares Metall konnte in einer Losung von 600 Grains Erznachgewiesen werden. Die Zusammensetzung des unlöslichen Rückstandes wurdeaus den Resultaten einer Analyse von 1,725 Grains Rückstand, erhalten aus600 Grains Erz, berechnet. Das Erz wird seit wenigen Jahren wieder in grossemMaassstabe von der Ebbw Vale-Eisengesellschaft ausgebeutet, nachdem es vonE. Rogers in Abercarn gewissermaassen von Neuem entdeckt worden war.

6. Exmoor in Devonshire (Gruppe 11). Es bestand im Wesentlichen auskrystallisirtem kohlensauren Kalk und kohlensaurem Eisen- und Manganoxydul.Man konnte in dem Erze Quarztheilchen bemerken, ferner ein grünes glimmer-artiges, in Chlorwasserstoffsäure unlösliches Mineral (vielleicht Chlorit) und kleineKörner Eisenkies. Es fand sich in einer Lösung von 480 Grains Erz kein durchSchwefelwasserstoff fällbares Metall. Die Menge des Eisens ist so gering, dassdas Erz eigentlich nur als eisenschüssiger Kalkstein bezeichnet werden kann. Manfindet übrigens zu Exmoor (auf Mr.Knights Grundbesitze) sowohl unverändertenals in verschiedenem Grade in Eisenoxydhydrat umgewandelten Spatheisenstein, derneuerdings in ziemlich ausgedehntem Maassstabe gewonnen und nach Süd-Walesverschifft wird, obschon die theure Landfracht einstweilen noch ein grosses Hin-derniss zu allgemeinerer Benutzung abgiebt.

Tabelle VI. Thoneiseneteine (Sphärosiderite) aus der Steinkohlenformation.

1. White BedMine 1 ) von Brierley in Yorkshire (Gruppe 6). Das Flötzbesteht aus fünf Lagen; von denen je ein gleicher Theil zur Erlangung einermittleren Analyse benutzt wurde. In der mittelsten (White Balls genannten) Lagefand sich eine Schwefelkiesader. In einer Lösung von 500 Grains Erz konnteeine entschiedene Spur Kupfer nachgewiesen werden.

2. Black Bed Mine von Low Moor in Yorkshire (Gruppeö). DasFlötzbesteht aus sechs Lagen, von welchen je gleiche Mengen zur Analyse benutzt wurden.Die vierte Lage enthält Eisenkies in der Form eines ausserordentlich feinen Ueber-zugs, welcher die äusseren Umrisse versteinerter Muscheln bedeckte. Es konnte ineiner Lösung von 600 Grains Erz kein durch Schwefelwasserstoff fällbares Metallnachgewiesen werden.

2a. Black Bed Mine (Gruppe 6), von den Herren Harding und Comp,auf der Beeston Manor-Eisenhütte bei Leeds an das Arsenal zu Woolwich zurAnalyse abgegeben. - Man vergleiche die Experimente mit Gusseisen im BlaubucheS. 189. Es soll dasselbe Erz sein, welches auch zu Low Moor verhüttet wird.

3. Thorncliffe oder Old Black Mine von Parkgate in Yorkshire(Gruppe 6). Das Flötz besteht aus zw$i Bänken. Das Material zur Analyse wurdezu gleichen Theilen von jeder Lage entnommen. Die eine derselben enthielt zahl-reiche Contractionsspalten, in welcher sich kohlensaurer Kalk, kohlensaures Eisen-oxydul u. s. w. fand; die andere zeigte Eindrücke von Stigmariawurzeln. In einer

0 Dies bedeutet: Erz vom weissen Flötz.Mine ist nämlich sowohlZeche alsEisenerz;,, Bed, Lager, Flötz ist der Gegonsatz vonVein, Gang. Dagegen findet man unter Nr. 3, 4u. s.w.Mine auch in der Bedeutung von Eisensteinflötz, und in eben diesem doppelten Sinne wird inDerbyshire das WortHake gebraucht. Es schien unzweckmässig, diese localen Namen zuübersetzen. Man darf unter Flötz hier niemals allein.eine zusammenhängende Lage Eisensteinverstehen wollen, sondern muss dazu auch mehr oder weniger eng an einander gereihte Knol*len zählen, welche aber demselben Niveau angehören. Gewöhnlich finden sich mohrere Bänke(Measures) über einander, entweder nur durch Schicbtfläohen, oder aber auch durch mehr oderminder massige Gesteinslagen getrennt, welche als ein Flötz angesehen und benannt werden.