Deutschland.
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b) Ein ganz ähnliches Vorkommen, welches aber dem braunenJurazuzurechnen ist, dem früher alle diese Eisensteinvorkommnisse beigezähltwurden, findet sich zwischen Bodzanowitz und Stirnalitz an der Landes-grenze.
Alle diese älteren Formationen treten nur zungen- und inselartig ausder Bedeckung jüngerer Bildungen hervor, welche theils der Tertiär- undDiluvial-Zeit angehören, theils noch neuerer Entstehung sind.
c) Die Tertiärformation ist an einigen Stellen gleichfalls eisenerz-führend, und es sind in dieser Beziehung von Wichtigkeit erstens nördlichder Muschelkalkzone die Vorkommnisse in der Nähe der Kreuzburgerhüttebei Dammratsch, Krogulnow, Schwarzwasser, zweitens auf dem linkenUfer der Oder die freilich nicht so bedeutenden Lagerstätten bei Falken-berg, drittens südlich des Muschelkalkrückens die Erze zwischen Kiefer-städtel und Räuden sammt den weiter nach Ratibor zu sporadisch auf-tretenden 1 ). Sie gehören sämmtlich den obersten Gliedern der Tertiär-formation an, und unterscheiden sich hinsichtlich ihres Vorkommens undihrer Beschaffenheit wenig von den Eisenerzen der Keuper- und Jura-formation, mit der Einschränkung, dass thoniger Brauneisenstein vor-herrschend ist.
Schliesslich ist noch zu bemerken, dass die jüngsten Gebilde vonOberschlesien häufig Raseneisenstein führen, welcher indessen nur in eini-gen Gegenden, z. B. bei Kreutzburgerhütte, Bedeutung gewinnt und sichan die später zu beschreibenden dem Flachlande angehörigen Vorkomm-nisse anschliesst.
3. Steinkohlengebiet von Waldenburg.
In der Waldenburger Steinkohlenmulde tritt Eisenstein häufig, abermeist vereinzelt und unzusammenhängend auf 2 ).
Kohleneisenstein findet sich auf zwei Punkten, vorzüglich auf derEmilie-Anna-Grube bei Gablau, in einem aus zwei Bänken bestehenden,etwa 33 Zoll mächtigen Flötze; körniger Spatheisenstein auf zwei Grubenbei Schwarzwaldau von untergeordneter Bedeutung; und Thoneisensteinauf vielen (zusammen etwa 13) Gruben. Der letztere tritt in Gestalt vonKnollen (hier Wacken genannt) theils in Flötzmitteln oder im Hangendenund Liegenden von Kohlenflötzen eingelagert auf, selten in zusammen-hängenden Lagen. Die Stärke der Knollen wechselt von wenigen bis zu30 Zoll Durchmesser.
*) Letzterer District ist zwar local ganz getrennt von den anderen Vorkomm-nissen dieser Gruppe 2 e, ihre geringe Bedeutung aber schien die Bezeichnung alsbesondere Gruppe überflüssig zu machen.— 2 ) Wochenschrift des Schlesisch. Vereinsf. Berg- u. Hüttenwesen 1859. S. 297.