Buch 
[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
Entstehung
Seite
365
JPEG-Download
 

Oesterreich.

365

der ersteren, schliesslich aber auch im Kalke, welcher der Triasformationangehört, bei Oberlechthal (Vorarlberg); Rotheisensteine finden siclinur im basaltischen Gebirge als Lager bei Bcsagno.

4. Steiermark.

Obwohl in Steiermark Eisenglanz bei Teethal in einem 7 Fuss mäch-tigen Lager auftritt, auch sonst, obwohl untergeordnet, Thoneisensteine undthonige Brauneisensteine bei St. Stefan ob Leoben Vorkommen, wo sie als2 bis 6 Klafter mächtige Auf- oder Einlagerungen mit Grauwackenkalk-stein verbunden erscheinen , und ebenso Magneteisenstein bei St. Stefanund bei Plankogel im Thonschiefer gefunden wird, so besteht doch derIlauptreichthum dieser Provinz in Spath- und reinem Brauneisenstein.

Die bereits in Oesterreich und Salzburg auftretenden Spatheisen-steinvorkommnisse in der oberen Grauwackenformation erlangen hier einegrossartige Ausdehnung. Neben ihnen aber finden sich noch zahlreicheSpath- und Brauneisensteinlagerstätten in den krystallinischen Schiefern.

Zu letzteren gehören die bei Ober-Zeyring gewonnenen, im Kalkebrechenden Erze, welche bei dem daselbst früher umgehenden Bleierz-bergbau stehen gelassen worden waren.

Als Mittelglied, den halbkrystallinischen Schiefern angehörig, istdann das Vorkommen von Frösehnitz anzusehen, wo drei parallele Erz-lagen, welche mit Einschluss eines 1 bis 2 Klafter mächtigen Mittelscirca 16 Klafter besitzen, hauptsächlich Brauneisenerze liefern.

Dagegen bilden die bei Neuberg beginnenden Spatheisensteine eineunmittelbare Fortsetzung der Lagerstätten von Reichenau; sie tretenebenfalls als linsenförmige Lager in den Grauwackenschiefern auf. DieMächtigkeit der Erzmittel erreicht bei Altenberg 2 Klafter, bei Bohn-kogel im Hauptlager 6 bis 8 Fuss, im Weisserzlager 6 Fuss.

Weniger rein als hier sind die kalkreichen Spath- und Brauneisen-steine von Veitscli. In vielen, wenig mächtigen parallelen Mitteln tretendie Spatheiseusteine bei Feisterek und Eibelkogel auf, welches letztereVorkommen indessen weiter im Liegenden der Formation erscheint undauch durch den die Brauneisensteine begleitenden rothen Glaskopf ausge-zeichnet ist.

Eine der reichsten Erzlagerstätten des nördlichen Spatheisenstein-hauptzuges der Alpen ist die in der Gollrad, südlich von Mariazell. Siebildet zwei Hauptlagerstätten von 2 x / 2 bis 8 und Vs bis 3 Klafter Mäch-tigkeit. Spatheisenstein herrscht hier vor, Eisenglimmer, Kalk, Quarzund Schiefermittel, auch wohl Kupferkies verunreinigen ihn zuweilen.Nach dem Rösten enthalten die Erze 40 bis 44 Proc. Eisen.

Die mächtigste Spatheisensteinlagerstätte der Nordalpen ist aber derErzberg bei Eisenerz, auf welchem zugleich der ergiebigste und aus-gedehnteste Bergbau Steiermarks umgeht. Die Erzlagerstätte liegt zwi-schen Grauwaekenkalkstein und buntem Sandstein und ist eine stockför-