Trockene Probe.
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Praktische Regeln für die Probe.
Probe im Windofen: i/ 2 Probircentner (oder die nach der Tiegel-grösse anzuwendende Menge) Erz im fein gepulverten Zustande wird in-nig mit Glas, Kalk oder den anderen ausgewählten Zuschlägen vermischt.Die Mischung geschieht entweder mit dem Spatel auf Glanzpapier oderin einem kleinen Achatmörser. Das Gemenge wird vorsichtig in den ge-trockneten, mit Kohle gefütterten Tiegel geschüttet, und durch wiederhol-tes Aufstossen nach unten gebracht. Hierauf giebt man eine schwacheDecke von Flussspath und füllt den Tiegel bis zum Rande mit festgedrück-tem Kohlenpulver. Zuweilen lässt man den Flussspath fort, zuweilen wen-det man statt des Kohlenpulvers einen Holzkohlenpfropf oder ein Stückeines alten Kohlenfutters an, zuweilen drückt man in das Kohlenpulvereine dieser letzten Vorrichtungen.
Schliesslich legt man den mit Oeffnung versehenen Tliondeckel, fallsman überhaupt einen solchen benutzen will, auf und verschmiert ihn mitfeuerfestem Thonbrei oder Lehm. Ersterer empfiehlt sich, weil er denTiegel nicht so angreift, letzterer dagegen, weil er etwas fliesst und da-durch einen guten Abschluss des Deckels bildet und bei einem etwas zustürmischen Schmelzen ein Abwerfen desselben verhütet. Da man wohlselten einen Tiegel mehr als einmal benutzt, so pflegt man den Lehm vor-zuziehen.
Die so vorbereiteten Tiegel setzt man nun auf eine gemeinschaftlicheUnterlagsplatte (Käse), ein Stück eines feuerfesten Steines. Kur wenn mansogenannte deutsche Kelchtuten, d. h. Tiegel mit Fuss an wendet, kannman wohl des Käses entbehren, und stellt sie direct auf den Rost. Imersteren Falle bestreicht man den Käse mit nicht zu feuerfestem Thonoder gutem Lehm, welcher später teigig wird und die Tiegel vor demUmwerfen schützt, wirft dann entweder glühende Kohlen (Holzkohlen oderCoks oder beides je nach der Einrichtung des Ofens) um den Käse unddie Tiegel und füllt vorsichtig den Ofenschacht mit Brennmaterial an, oderman füllt ihn erst an und entzündet dann von oben. Letzteres empfiehltsich, obwohl es zeitraubender ist, deshalb, weil die Hitze allmälig steigtund auch grössere Vorsicht beim Füllen angewendet werden kann.
Ist das Feuer von unten angezündet, so muss man, etwa 10 Minu-ten nachdem es ordentlich in Brand gerathen, die Temperatur etwas er-mässigen, was durch Oeffnen des Ofendeckels und theilweises Schliessender Register bewirkt werden kann, um dem Wasser und der Kohlen-säure, welche in dem Erze enthalten waren, ein langsames Entweichenzu gestatten. Nach ferneren 10 Minuten schliesst man wieder den Ofen-deckel, öffnet die Register und lässt die Hitze zu starker Weissgluthsteigen. Bei gutziehenden Coksöfen genügt von jetzt an nach Percyeine Zeitdauer von 30 bis 40 Minuten zur Vollendung der Schmelzungbei gleichzeitigem Niederbrennen des Ofens. Im Laboratorium der Berg-akademie zu Berlin pflegt der Bearbeiter den mit Holzkohlen gefüllten