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Die Eisenerze.
Ofen von oben anzuzünden und nach erfolgtem Durchbrennen 1 */ 2 Stun-den bei zweimaligem Nachschütten zu schmelzen. Kerl 1 ) giebt iy 2 bis2 Stunden nach dem Durchschlagen der Flamme als angemessene Zeit beieinem gut ziehenden Ofen an.
Wenn nach gehöriger Zeitdauer die Kohlen bis zum Niveau der Tie-geldeckel niedergebrannt sind, öffnet man den Ofendeckel und die Ein-satzöffnung, falls der Ofen damit versehen, und lässt bei allmälig ganzgeschlossenen Schiebern die Tiegel erkalten. Es ist dies besser, als wennman die Kohlen ganz niederbrennen lässt und dann der kalten Luft plötz-lich Zutritt zu den Gefässen gestattet. Schliesslich nimmt man die Tiegeleinzeln oder zusammen mit dem Käse heraus, zerbricht sie vorsichtigund sondert den Roheisenkönig mit der anhaftenden Schlackenkugelaus, trennt durch einige Hammerschläge beide von einander und durch-sucht die hierauf in einem Mörser zerkleinte Schlacke mit einem Magne-ten nach etwa eingeschlossen gewesenen Eisentheilchen. Die Gesammt-menge des Eisens wägt man.
Bei einer gut gelungenen Probe muss die Schlacke farblos, durch-scheinend und glasig, oder weiss, hellgrau oder bläulichgrau, undurchsich-tig und halbglasig, porzellan- oder emailartig sein und keine Eisenkugelneingeschlossen enthalten.
DerEisenkönig muss dunkelgrau und körnig oder halbirt auf demBruche, wohlgeformt mit ebener Oberfläche sein, und sich leicht von derSchlacke trennen lassen.
Ist die Schlacke entweder pulverförmig, gefrittet oder blasig unddas Eisen in feinen Theilchen oder kleinen Kügelchen zerstreut, so istdie Temperatur zu niedrig gewesen oder die Zuschläge waren schlechtgewählt. Zuweilen entsteht eine Zerstreuung des Eisens durch zu frühesHerausnehmen und Schütteln des Tiegels, während die Massen noch flüssigsind. Ist die Schlacke matt und undurchsichtig, oder unvollkommen ge-flossen, und der König oder grössere Eisenkugeln sind sehr glatt an derOberfläche, zugleich etwas schmiedbar und schwer von der anhaftendenSchlacke zu befreien, so weist dies meist auf einen Ueberschuss an Kalkoder Magnesia oder auf eine ungenügende Menge Thonerde hin. Ist dieSchlacke halbgeflossen, dunkelfarbig und das Eisen findet sich in dün-nen Schalen oder Blättchen, oder ist die Schlacke harzglänzend, grünoder grünlichgrau und der König oder grössere Eisenkugeln sind äusser-lich sehr glatt und frei von Graphit, so kommt dies von einem Ueber-schuss an Kieselsäure. Bei einer gut geflossenen, also im Allgemeinenrichtig zusammengesetzten Schlacke deutet nach Kerl 2 ) eine dunkleFarbe auf Reichthum an Thonerde, helle auf solchen an Kalk, violetteauf Mangan-, bräunliche auf Magnesiagehalt.
Bei genau angestellten Versuchen weichen die Gewichte der Königegleicher Proben nicht mehr als um einige Zehntel Procent von einander
l ) Hüttenkunde Bd. III, S. 102. — a ) Hüttenk. Bd.,III, S. 105.