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Die Eisenerze.
Probe im Gebläseofen.
Die Ausführung der Probe im Gebläseofen unterscheidet sich nurdadurch von der im Windofen, dass die Gefässe auf dem Boden des-selben in eine Quarzsandlage eingedrückt oder auf kleine Käse einzelnmit Lehm festgeklebt werden. Bei Anwendung des Sefström’schen Ofenssollen die Theile der Tiegel, welche das Schmelzgut enthalten, sich ingleicher Höhe mit den Formenmündungen befinden. Das Anblasen musssehr vorsichtig geschehen, um die Hitze nur allmälig zu steigern. 30bis 45 Minuten genügen zur Ausführung des Processes.
Probe in ungefütterten Tiegeln.
Die Probe im ungefütterten Tiegel wird in England oft benutzt.Man operirt mit Erzmengen von circa 7 bis 70 Gramm (100 bis 1000Grains) und benutzt wie bei den vorher beschriebenen Proben entwederrohes oder geröstetes Erz. Die Zuschläge, welche man anwendet, sindhauptsächlich Mischungen von Schieferthon und Kalk oder Glas und Kalkin den angegebenen Seite 454 ff. Mengen und Verhältnissen. Das Erzwird aber zuerst mit Holzkohlenpulver, Coksstaub oder Anthracitpulvergemengt. Die Quantität dieses Reductionsmittels sollte stets etwas grössersein, als dem vorhandenen Eisenoxyd entspricht; es erfordern nämlich100 Gewichtstheile Eisenoxyd 22 ’/i Theile Kohlenstoff zur Keduetion.Die zu dieser Probe benutzten Gefässe sind entweder Graphit- oder gute(z. B. Cornisclie) Thontiegel, von denen erstere sich häufig wiederholtbenutzen lassen, während die Thontiegel bei der hohen Temperatur oftweich werden, so dass man sie vorsichtig erkalten lassen muss, ehe mansie aus dem Ofen nimmt. Bei der Anwendung von Graphittiegeln istzwar die Schlacke im Allgemeinen eisenfrei und das Eisen dunkelgrauund graphitisch, aber es werden Eisenkügelchen von den Graphittheil-chen an der Oberfläche der Schlacke eingeschlossen und zurückgehalten.
In jedem Falle wird ein Deckel aufgesetzt und verschmiert, dann derTiegel in den Ofen gesetzt, letzterer mit Coks oder Anthracit gefeuert unddie Temperatur bis zur Weissgluth erhöht. In etwa einer Stunde ist dieProbe vollendet. Die Schlacke muss bei einem guten Gelingen glasig unddurchscheinend und im durchfallenden Licht schwach grün oder grau ge-färbt, der König gut geschmolzen sein. Auch hier lassen sich in derSchlacke zerstreute Eisenkügelchen durch Aufbereitung der ersteren undAusziehen mit dem Magneten gewinnen.
Als Beispiel mögen die beiden folgenden Proben mit Kotheisensteinvon Ulverstone in Cornischen Tiegeln dienen.