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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Nasse Probe.

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Will man in einem Erze nicht den Gesammtgehalt an Eisen bestim-men , sondern nur den Gehalt an Oxydul, so muss man die Lösung beiLuftabschluss vornehmen. Während das Durchleiten eines Kohlensäure-stromes mancherlei besondere Vorrichtungen erheischt, kommt man ameinfachsten zum Ziel, wenn man in den Kolben zuerst die Säure schüttet,erwärmt und dann etwas doppelt-kohlensaures Natron zugiebt; sobaldeine Kohlensäure-Atmosphäre den Kolben ganz erfüllt und alle Luft aus-getrieben ist, schüttet man vorsichtig das Erz ein und schliesst sofortmit einem Gummipfropfen, durch welchen ein doppelt knieförmig gebo-genes Glasrohr gesteckt ist. Das zweite Ende dieses Rohres lässt man,wie Fig. 14 zeigt, während der Digestion und Lösung in ein Becher-

Fig. U.

glas mit ausgekochtem Wasser tauchen. Ist die Operation vollendetund man zieht die Flamme unter dem Kolben fort, so steigt das Wassersofort zurück und füllt den Kolben, bis man das Ende des Rohres ausdem Wasser hebt. Auf diese Weise kann man zugleich jede beliebigeVerdünnung der Lösung bei gleichzeitiger Abküldung derselben bewir-ken. Will man sowohl Oxyd als Oxydul in einem Erze bestimmen, somuss man zwei Proben anstellen, eine für den Oxydulgehalt, die zweitefür den Gesammteisengehalt, die Differenz giebt das Oxyd.

Hinsichtlich der Säuremenge muss man einigen Unterschied bei denbeiden Proben machen. Die für das doppelt - chromsaure Kali bestimmtemuss stark sauer sein, ein Ueberschuss schadet daher nichts, die für dasChamäleon bestimmte darf dagegen nur schwach sauer sein, man mussdaher mit möglichst geringer Menge Säure auszukommen suchen oderist anderenfalls genötbigt, später die Säure durch kohlensSires Natronoder Kali abzustumpfen. Dies ist um so mehr nöthig, wenn man alsLösungsmittel Salzsäure und nicht Schwefelsäure angewendet hat.