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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Nasse Probe.

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einige Secunden die Wirkung ab. Der Naclitheil der Methode ist der,dass ein Ueberschuss des Salzes einen Einfluss auf die Resultate derProbe ausübt und derselbe daher streng vermieden werden muss. Esgiebt zwar bestimmte Erkennungsmittel eines Ueberschusses, z. B. eineAuflösung von Jod in Jodkalium und Stärkekleister, aber sie sind zuumständlich, um praktisch zu sein).

Sehwefligsaures Natron. Man kann das Salz in Form von Kry-stallen oder in Lösung an wenden, aber man muss es vor Luftzutrittschützen, da es allmälig Sauerstoff aus der Luft anzieht und dann un-brauchbar wird. Die Reduction wird folgendermaassen ausgeführt: DieLösung des Erzes wird mit kaltem Wasser verdünnt, mit schwefligsauremNatron versetzt und darauf schwach erhitzt, bis sie sich beinahe ent-färbt hat. Hierauf versetzt man sie ins Kochen und erhält sie darin, bissie ganz farblos geworden oder eine blassgrüne Färbung angenommenhat und ein Geruch nach schwefligsaurem Gas nicht mehr entdeckt wer-den kann. Zur Vergewisserung darüber, ob alle schweflige Säure voll-ständig ausgetrieben ist, kann man ein Stückchen Zink zufügen, woraufsich Geruch nach Schwefelwasserstoff entwickeln muss, falls irgend eineSpur von jener zurückgeblieben war. Die Methode theilt den Uebelstandmit der Anwendung von Zinnchlorür, dass ein Ueberschuss des Reduc-tionsmittels Einfluss auf das Resultat der Probe hat, sie ist ungünstigerals jene in der Beziehung, dass die Reduction langsamer vor sich gehtund Kochen nöthig ist, sie hat aber den Vorzug, dass der Ueberschussdes Reductionsmittels entfernt werden kann, was bei jener Methode nicht(wenigstens nicht auf einfache Weise) der Fall war.

Schwefligsaures Ammoniak kann ebenso benutzt werden, ist abernoch weit weniger haltbar, als das vorher genannte Reductionsmittel.

In allen Fällen lässt sich die vollständige Reduction leicht dadurchnachweisen, dass man einen Tropfen der Lösung auf eine Porzellanplattebringt und mit einem Tropfen Schwefelcyankalium vereinigt. Eine blut-rothe Farbe zeigt noch Eisenoxyd an.

Die eisenoxydulhaltige Lösung wird mit kaltem Wasser verdünnt,im Falle sie durch Salzsäure hergestellt war und zur Probe mit über-mangansaurem Kali benutzt werden soll, mit Schwefelsäure versetzt undist dann fertig für das Zulassen der Maassflüssigkeit.

3) Die Maassanalyse.

a. Darstellung der Maassflüssigkeiten (Standard Solutions).

1. Zweifach-chromsaures Kali (KO, 2 CrOj). Das Salz, wel-ches man in den Apotheken kauft, ist meist hinreichend rein, sonst lässt

) Fresenius, quantitative Analyse S. 243.

P e r c y, Metallurgie. II.

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