466
Die Eisenerze.
es sich durch Umkrystallisiren leicht in diesem Zustande erhalten. Manerhitzt das reine Salz in einem Porzellantiegel, bis es eben geschmolzenist, giesst es auf einen Porzellanteller aus und lässt es unter dem Exsic-cator erkalten, wobei es von selbst zerberstet, und wägt dann die nö-thige Menge ab 1 )- Man löst Vio Aequivalent des trocknen Salzes, oder14,759 Grm. in destillirtem Wasser zu 1 Liter Flüssigkeit, so kann mandamit 0,6 Aeq. — 16,8 Grm. Eisen aus Oxydul in Oxyd verwandeln, d. h.1 Cubikcentimeter der Flüssigkeit entspricht 0,0168 Grm. Eisen; oderman löst 8,785 Grm., dann entspricht 1 Cubikcentimeter 0,01 Grm. oderwenn man 1 Grm. Erz abwägt, enthält dasselbe so viel Procente Eisen, alsman Cubikcentimeter verbraucht. Man bewahrt es in wohlverschlosseneuFlaschen auf und kann es dann unverändert über ein Jahr lang erhalten.Es wird zwar stets Wasser verdampfen, aber dies condensirt sich wiederim inneren leeren Raum der Flasche und macht nur ein gutes Umschüt-teln vor jedesmaligem Gebrauch nöthig. So wurden z. B. 4 l / 2 LiterMaassflüssigkeit im März 1858 dargestellt, von der 1000 Gewichtsein-heiten = 9,865 Gewichtseinheiten Eisen entsprachen, nach einem Ver-brauch von 15 /l6 der Flüssigkeit zeigte sich der Titer im Mai 1860= 9,888 Gewichtseinheiten Eisen entsprechend.
2) Uebermangansaures Kali oder Chamäleon (KO,Mn 2 0 7 ). DieDarstellung des Chamäleons geschieht folgendermaassen 2 ) :
Man schmilzt in einer Porzellanschale, einem Thontiegel oder in einereisernen Pfanne 2 Theile Kalihydrat (in Stangenform) und 1 Theil chlor-saures Kali zusammen, rührt in die flüssige Masse 2 Theile fein gesiebtenreinen Braunstein so lange mit einem eisernen Spatel ein, bis sie trockenund fest wird, erhitzt dann die bröcklige Substanz unter fortdauerndemUmrühren bis zur Rothgluth und löst mit circa 40 Gewichtstheilen Was-ser. Hierauf leitet man durch die Flüssigkeit mehrere Tage lang einenKohlensäurestrom, lässt absetzen und decantirt. Das anfänglich gebildetemangansaure Kali zersetzt sich durch das zugefügte Wasser in Mangan-superoxyd, Kalihydrat und übermangansaures Kali: 3 (KO, Mn0 3 ) -f- 2 HO= 2 (KO, HO) -j- Mn(\> -}- KO,Mn 2 Oj. Das Durchleiten der Kohlen-säure dient zur Sättigung des überschüssigen Kalis, welches zur leichtenZersetzbarkeit der Flüssigkeit beitragen würde.
Diese Flüssigkeit kann man zwar direct anwenden, aber man thutbesser, sich Krystalle zum Vorrath darzustellen und diese dann stets nurin kleineren Quantitäten zu lösen. Zu diesem Zwecke dampft man dieLösung hinlänglich ab, lässt erkalten und krystallisiren. Die Krystallebefreit man auf einer Gypsplatte von anhängender Mutterlauge. DieMaassflüssigkeit hat dann die richtige Concentration, wenn 10 bis 15Cubikcentimeter 0,1 Grm. Eisen entsprechen.
l ) Vergl. Fresenius, S. 235.— 2 ) Andere Verfahrungsweise vergleiche Fre
senius, S. 112.