Asien.
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von etwa 9 Zoll offen bleibt. Wird nun der Balg mit Luft gefüllt undzusammengedrückt, so legt sich der innere überstellende Lappen dichtgegen den äusseren und verhindert hier den Austritt des Windes. JederBalg wird von einem Manne bedient, welcher ihn in seinen Schooss nimmtund mit seinem rechten Elbogen und Unterarm zusammenpresst, wäh-rend er zugleich seine Arbeit unterstützt durch das Ergreifen einer le-dernen Handhabe, die an der Stelle, wo das Thier einst seinen Schwanzhatte, befestigt ist. Damit sich der Balg leicht wieder füllen lasse, istein Stück Strick, welcher um einen etwa einen Fuss hinter des ArbeitersElbogen in die Erde getriebenen Pflock geschlungen ist und die Haut stetszu ihrer ganzen Länge ausgespannt erhält, an der unteren Ecke des Hinter-theils befestigt und ausserdem eine Lederschlinge an dem äusseren über-greifenden Lappen angebracht, durch welche der Arm des Mannes geht,so dass dieser durch ein Heben des Ellbogens das Ventil öffnen kann.Da der Balg durch seine Befestigung an der Düse und an dem beschrie-benen Pflocke in einer Richtung ausgespannt ist, so hat der Arbeiter nuran der ledernen Handhabe die Haut in die Höhe zu ziehen, wobei sieim Querschnitt eine dreieckige Form zeigt, und zugleich mit seinem Ell-bogen das Ventil zu öffnen, um der Luft freien Eintritt zu gestatten.Jetzt wird die Haut wieder zusammengequetscht, indem die Hand vor-wärts, gegen den Befestigungsstrick presst, wodurch das Ventil sehrvollständig und gut geschlossen und dem Winde beinahe jeder Aus-gang hierdurch verwehrt wird. Da man mit zwei Balgen arbeitet, diein dieselbe Düse münden, so wird beim Zusammendrücken des einenstets eine gewisse Menge Wind auch in den zum Ansaugen der Luftgeöffneten anderen geblasen, ein Mangel, welcher sich leicht durch einkleines Ventil hätte beseitigen lassen ’).
In Orissa und einigen anderen Orten Bengalens sind Gebläse vonsehr verschiedener und weit sinnreicherer Construction in Gebrauch,welche weiter unten beschrieben werden sollen. Auch finden sich imIndischen Museum zu London kleine einfachwirkende Gebläsecylinder ausHolz, deren Kolben mit Federn gelidert ist. Man wird sehen, dass der-artige Vorrichtungen besonders in Borneo, und in noch vollkommnerenEinrichtungen, nämlich doppeltwirkend, in China in Gebrauch sind.Schliesslich befinden sich in dem genannten Museum auch sehr sinnreichganz aus Blättern construirte Gebläsevorrichtungen.
Das Gezähe 2 ) ist ziemlich dasselbe bei allen Indischen Oefen. DerAmboss besteht aus Schmiedeisen, ist sehr klein, quadratisch und ohnedas Horn ( bcak ) unserer Ambosse, statt dessen ein besonderes Werkzeug
*) On the Manufacture of Bar-Iron in Southern India. By Capt. H. Campbell.Appendix to the Report on the Government Central Museum, Madras. Madras,1856, p. 13. Aus dem Caleutta Journal of Natural llistory. — 2 ) So nennt mandas gesammte Arbeitszeug, die Werkzeuge (engl, tools), welche bei einem hütten-männischen Betrieb in Anwendung kommen.