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Schmiedbares Eisen aus Erz.
angewendet werden muss. Die Hämmer, Zangen etc. unterscheiden sichnicht wesentlich von den in Europa gebrauchten.
Erste Ofenart. Die Oefen der ersten Art variiren etwas in Grösseund Form, aber das Grundprineip ihrer Construction und die Arbeits-methode sind bei allen gleich. In seiner einfachsten Form (unter denHügelbewohnern der Ghäts) ist ein solcher Ofen nur zwei Fuss hoch undgiebt 4*/ 2 bis 5Pfund Eisen pro Charge, während er in mehr ent-wickelter Gestalt (im Deccan) oft 4 Fuss Höhe erreicht und gegen 30Pfund Eisen pro Charge producirt. Sein horizontaler Querschnitt istkreisrund. Der Durchmesser am Boden oder im Heerde schwankt zwi-schen 10 und 15 Zoll, und an der Gicht zwischen 6 und 12 Zoll. Erwird ganz und gar von sorgsam gebranntem Thon gebaut. Bei dem Ge-brauch wird der untere Theil schnell abgenutzt und muss beständig mitfrischem Thon ausgesetzt werden. Der Boden des Ofens hat zwei Oeff-nungen, durch deren eine der Wind einströmt, durch deren andere dieerzeugte Schlacke und das Eisen entfernt werden. Nach Blanford wirddagegen bei den meisten Oefen (wenigstens bei allen, die er in Bengalenund Carnatien gesehen) die Schlacke zwar durch eine besondere Oeffnungabgelassen, das Eisen aber durch dieselbe herausgeholt, durch welchevorher der Wind eingeführt wurde.
Die Schmelzoperation wird folgendermaassen ausgeführt: Ist derOfen neu gebaut, so wird er sorgfältig durch ein darin einige Stundenlang unterhaltenes Feuer getrocknet. Zwei thönerne Röhren oder Formenvon etwa 12 Zoll Länge und 1 Zoll lichtem Durchmesser werden nebeneinander ih die Oeffnung an der Vorderseite des Ofens gelegt, so dasssie 2 bis 3 Zoll in das Innere desselben hineinragen und etwa 3 bis 4Zoll vom Boden abstehen. Mit jeder dieser Formen wird ein Balg ver-bunden. Der übrigbleibende Theil der Oeffnung wird dann mit Thonverschmiert und die zweite Oeffnung auf dieselbe Weise geschlossen.Hierauf wird der Ofen fast halb voll Holzkohle geschüttet und nachdemdarauf Feuer geworfen, bis zur Gicht mit demselben Brennmaterial ge-füllt. Jetzt lässt man das Gebläse an. Die Schmelzer legen grosses Ge-wicht auf das Feuerfangen in einer bestimmten Höhe oberhalb der For-men, damit bei seinem langsamen und allmäligem Niedergang eine kleineMenge Holzkohlen auf dem Boden des Ofens unverbrannt bis beinahezum Ende der Operation verbleibe.
Sobald man ein Nachsinken der Holzkohle an der Gicht des Ofensbemerkt, werden abwechselnde Chargen von Erz und Holzkohle auf-gegeben, bis die hinlängliche Menge Erz verbraucht ist, worauf das Ge-bläse so viel wie möglich verstärkt und bis zum Schluss der Operationso erhalten wird. Bald erscheint Schlacke im Ileerd, und wenn diese biszu den Formen steigt, so wird sie abgestochen, indem ein kleiner Stabdurch die betreffende, bis dahin verschmierte Oeffnung gestossen wird.Uebrigens aber bleibt der grösste Theil der Schlacke im Ofen zurückund wird erst schliesslich mit dem Eisen entfernt. Nach 4 bis 6 Stunden ist