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Schmiedbares Eisen aus Erz.
benachbarten Districten aber gehören zu dem ausgebreiteten Stamme derKols, Coles oder Kulis. Sie sind noch jetzt in gewissem Maasse Nomaden,da sie an einem Orte nur so lange bleiben, als in der Nachbarschaft ge-nug Erz und Holz vorhanden ist. Beginnt dies zu fehlen oder ereignetsich etwas, was diesen abergläubischen Gemeinden als böses Omen er-scheint, wie dies oft vorkommt, so siedeln sie sich und ihre Habe aneinen günstigeren Platz um und arbeiten wie zuvor weiter. Die heftigenRegengüsse und die aufschiessenden Binsen verwischen bald die Spurendes verlassenen Dorfes bis auf die grossen Schlackenhalden, welche fürJahrhunderte als Denkmäler einer auf niederer Stufe stehen gebliebenenKunst ausharren. Solche Schlackenhaufen finden sich oft in binsenreichenDistricten, wo seit Menschengedenken keine Eisenindustrie getriebenworden ist.
In dem durch die Skizzen veranschaulichten Ofen sind die einzigenwesentlichen, d. h. allen Oefen zu Orissa eigenen Theile der cylindrischeSchacht und das Gebläse. Der geneigte thönerne Trog zum Aufgebendes Materials mit seinen Stützen von Holz und Bambus findet sich nurin wenigen anderen Dörfern wieder. Der Ofen selbst zeigt die rohesteBauart. Er wird aus einem sehr eisenschüssigen Sandboden der Gegendhergestellt, welcher angefeuchtet, durchgeknetet und gewöhnlich durcheine Art Skelett von Latten aus einem biegsamen Holz unterstützt wird,wie dies aus den Durchschnitten Fig. 15 und 17 und der Ansicht Fig. 16ersichtlich ist. Die Form schwankt zwischen der eines mehr oder weniger
Fig. 15.
Verticaler Durchschnitt durch die Mitte eines Balges.
kreisrunden Cylinders bis zu der eines ziemlich spitzen Kegels. Die"Wände sind entweder gleichförmig stark (etwa 3 Zoll) oder unten etwasstärker. Die Höhe beträgt im Allgemeinen 3 Fuss, der mittlere innereDurchmesser etwa 1 Fuss, indessen wechseln alle diese Dimensionen jenach der Kenntniss des Arbeiters oder wohl noch wahrscheinlicher nach