Asien.
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ben, dessen Hub 4 Fuss beträgt, ist nach chinesischer Weise mit Vogel-federn gelidert. Ueber jedem Cylinder befindet sich ein mit einem Endein horizontaler Richtung befestigtes Bambusrohr, an dessen anderem Endeein langer Stock aufgehängt ist. In einiger Entfernung von diesem letz-teren ist die Kolbenstange mit dem Bambusrohr verknüpft, so dass jenesals Feder wirkend den Kolben in die Höhe zieht. Zieht man den auf-gehängten Stock nieder, so wird der Kolben hinabgestossen, kurz dasGanze arbeitet etwa wie eine gewöhnliche Schwengelpumpe, deren Kolbenstets wieder durch eine kräftige Feder gehoben wird. In einer anderenBeschreibung wird mitgetheilt, dass die Kolbenstangen mit anderen sehrlangen Stangen verbunden werden, an welchen Gewichte befestigt sindund die auf den Kreuzbalken des den Ofen bedeckenden Daches balan-ciren, gerade wie bei unseren Ziehbrunnen ! ).
Der Thon wird mit Wasser gemischt, sorgsam mit Händen undFüssen durchgearbeitet und von Steinen und anderen fremden Bestand-theilen gereinigt. Dann wird er in eine cylindrische Form aus Rindevon den Dimensionen des Ofens eingestampft, während durch einen höl-zernen Kern die innere Gestalt des letzteren hergestellt zu werden scheint.Das Ganze wird hierauf sich selbst für einen Monat oder länger über-lassen , um gut auszutrocknen. Ist es hinlänglich trocken, so wird dieRindenform entfernt und der Ofen mit Bambusbändern umgeben. Vordem Gebrauch erhitzt man ihn allmälig.
Das Erz wird vor seiner Benutzung zum Schmelzen mit Holz inHaufen geschichtet und einen Tag lang geröstet, worauf es in nussgrosseStücke zerbrochen, mit der zehnfachen Menge Holzkohlen dem Maassenach gemengt und in diesem Zustande aufgegeben wird. Sobald derOfen zu zwei Dritteln mit Holzkohle gefüllt ist, wird das Gemenge vonErz und Holzkohlen in solcher Menge aufgegeben, dass es einen kegel-förmigen Haufen über der Ofengicht bildet. Das Gebläse wird dann mit40 Hüben pro Minute angelassen. Die Schlacke sticht man von 20 zu20 Minuten ab, und während jedes solchen 5 Minuten dauernden Ab-stiches wird nach den Angaben der Windstrom unterbrochen. GegenEnde der Operation steigert man den Wind. Es resultirt schliesslich einEisenklumpen von etwa 90 Pfund 2 ). Derselbe wird am Boden des Ofensvermittelst hölzerner Zangen herausgeholt, an einen mit feiner Schlackeüberstreuten Platz gebracht und dort mit hölzernen, beinahe parallele-pipedischen Schlägeln bearbeitet. An einem solchen Deule arbeiten vierMann einen Tag lang; sein Handelswerth ist 2 Florins (d. h. also 1 Thlr.4 Sgr.). Er enthält noch viel mechanisch eingemengte Schlacke und wirdin zehn Schirbeln zertheilt, welche wiederholentlich rothglühend gemachtund ausgehämmert werden, ehe sie hinlänglich rein sind, um sich zum
!) The Ifayans of the North-West of Borneo. By Robert Bums. Journalof the Indian Archipelago and EasternAsia; Singapore 3. 1849. p. 151.— 2 ) 100 lbs.avoird. englisch.
P e r c y, Metallurgie. II.
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