514 Schmiedbares Eisen aus Erz.
Ausschmieden in Schwertklingen zu eignen; der Gewichtsverlust beträgthierbei ein Drittel.
Aus dieser letzten Angabe möchte man schliessen dürfen, dass dasProduct Stahl, oder wenigstens eine Mischung von Stahl und Schmied-eisen ist. Es sind in der vorangegangenen Schilderung viele von Schwa-ner mitgetheilte Einzelnheiten ausgelassen, theils weil sie unverständlich,theils weil sie im Wesentlichen übereinstimmend mit der in Indien ge-bräuchlichen Methode sind. In dem S. 513 citirten Aufsatze von Bur nswird angegeben, dass verschiedene Sorten Holz gebraucht werden, um ent-weder hartes oder weiches Eisen darzustellen. Es scheint hiermit wohl dieAnwendung leichterer oder dichterer Kohle gemeint zu sein, welche ausweichem oder hartem (leichtem oder schwerem) Holz erzeugt ist, um einmehr oder weniger stahlartiges Eisen, nach dem beabsichtigten Zwecke,zu erzeugen. Aehnliches findet man beim catalonischen Process wieder.
II. Afrika.
1. Eisenerzeugung im Innern Afrikas.
Die Eingebornen des Innern von Afrika scheinen eine bedeutendeGeschicklichkeit in der Eisen-Erzeugung und Verarbeitung auf unmittel-barem Wege aus den Erzen zu besitzen. Wir haben einige Nachrichtendarüber von den berühmten Afrika-Reisenden, dem unglücklichen MungoPark 1 ) und dem glücklicheren Barth 2 ). Mungo Park berichtet Fol-gendes : Die an der Küste wohnenden Neger werden billig mit Eisenvon europäischen Händlern versorgt, ohne dass sie jemals versucht hät-ten, diesen Artikel selbst darzustellen; aber im Binnenlande erzeugen dieEingebornen dies nützliche Metall in so grossen Quantitäten, dass siesich nicht nur selbst mit allen nöthigen Waffen und Instrumenten ver-sehen, sondern sogar damit Handel in die benachbarten Staaten treiben.Während meiner Anwesenheit zu Kamalia befand sich ein Eisenofen inkurzer Entfernung von meiner Wohnung und die Eigenthümer und Ar-beiter machten kein Geheimniss aus der Art und Weise der Operationen,sondern gestatteten mir, den Ofen zu prüfen und ihnen beim Eisenstein-brechen zu helfen.
Der Ofen war ein runder Thurm aus Thon, etwa 10 Fuss hoch und3 Fuss im Durchmesser, an zwei Stellen mit Weidenruthen umgeben, umein Zerreissen und Zerfallen des Thons durch die Hitze zu verhindern.Rund um den unteren Theil im Niveau des Erdbodens, aber höher alsder etwas concave Boden des Ofens, befanden sich sieben Oeffnungen, in
*) Travels in the Interior Districts of Africa, by Mungo Park, Snrgeon.London 1799. — 3 ) Reisen und Entdeckungen in Nord- und Central - Afrika inden Jahren 1849 bis 1855, von Dr. Heinrich Barth.