Catalonische Luppenfrischarbeit. 521
geachtete Dinge oft von ungeheurem Einfluss für den Hüttenbetrieb seinkönnen, und eine Thatsache, aus der man die Lehre ziehen sollte, nichtsohne vorherige Prüfung, auch wenn es eine Kleinigkeit zu sein scheint,zu verwerfen.
Zusammensetzung des Erzes. Wendet man Brauneisenerz vonmulmiger und poröser Beschaffenheit an, so kann es unvorbereitet inden Heerd gelangen, wogegen Spatheisenstein oder an kohlensaurem Kalkreiche Erze sowie dichte Brauneisensteine einer vorbereitenden Röstungbedürfen und wasserfreie Oxyde und kieselreiche Eisenerze durch Er-hitzung zur Rothgluth, Abschrecken in Wasser und monatelanges Ver-wittern an der Luft aufgelockert werden müssen. Nach Richard istjedes Erz geeignet, welches gegen 50Proc. Eisen enthält, frei von schäd-lichen Bestandteilen ist, in Stücken vorkommt und porös ist, oder durchRöstung in diesen Zustand übergeführt werden kann. Aber am geeig-netsten ist immer Brauneisenstein. Als Beispiele von gut für den Pro-cess geeigneten Erzen mögen folgende Analysen dienen:
i.
2,
3.
Kisenoxyd ....
. . 62,474
65,50
64,00
Manganoxyd . . .
. . 6,213
3,00
6,20
Kalk.
. . 2,790
5,00
3,50
Magnesia . . . .
. . 0,545
0,45
0,80
Thonerde . . . .
1,30
1,20
Kieselsäure • • •
. . 14,715
11,40
10,50
Wasser.
Verlust.
13,20
14,50
100,000
99,85
100,70
Eisen, Procent . .
. . 43,752
45,87
44,82
Nr. 1. Analysirt von Richard 1 ). Die mittlere Zusammensetzung der ge-wöhnlichen Charge von 12 Quintais (487 Kilogrm.) Erz, in Stücken und Erzklein( greillade ), in den Jahren 1833, 1834, 1835. Nr. 2, 3. Nach Francois 2 ). Nr. 2.Mittlere Zusammensetzung aus zwei Analysen der Erzgattirung von den Feuernzu Vicdessos, Niaux, Lacour und Mas-d’Azil 1841. Nr. 3 do., 1842. Nach Fran-cois geben diese Erze in einigen Anlagen bis zu 32,78 Proc. und wurden als gutbezeichnet, obwohl der Eisenabgang bis zu 12 und 13 Proc. stieg.
Die Röstung wird in einfachen Oefen von quadratischem, kreisrun-dem oder ovalem Querschnitt ausgeführt, welche 1,7 bis 2,3 Meter Höhe,2 bis 2,5 Meter inneren Durchmesser haben und 300 bis 400 Quintais(600 bis 800 Centner) Erz, welches mit Holz abwechselnd aufgegebenwird, fassen; die Temperatur darf nie bis zur anfangenden Schmelzungsteigen, weil dies dem Zwecke der Auflockerung entgegen wirken würde.
Der Heerd. Der Heerd besteht aus einer im Grundriss vierseitigen,an drei Seiten von Mauerwerk, welches in Thon oder Stein aufgeführt
') Op. cit. p. 107. — 2 ) Op. cit. p. 138.