560 Schmiedbares Eisen aus Erz.
Erz 1 Ctr. Stabeisen, hatte also ein Ausbringen von 12'/<>Proc. Stabeisenaus den Erzen.
Dagegen werden nach mehreren Durchschnitten aus jenen Erzenzur Darstellung von 1 Ctr. Roheisen 16,74 Cubikfuss Kohlen erfordert.Rechnet man dazu 'V 7 als den gewöhnlichen Abgang, den das Roheisenbeim Yerfrischen erleidet, so sind zu 1 Ctr. Stabeisen l 2 /s Ctr. Roheisenerforderlich, und man erhält daher16.74.2
16,74 -|--- = 23,44 Cubikfuss
Holzkohlen, als den Bedarf zu so viel Roheisen, als zu 1 Ctr. Stabeisenerforderlich ist, Der Kohlenverbrauch im Frisehfeuer beträgt zu 1 Ctr.Stabeisen höchstens 22,9 Cubikfuss, folglich würden zu 1 Ctr. Stabeisenauf indirectem Wege 23,44 -f- 22,9 = 46,34 Cubikfuss bei AnwendungTarnowitzer'Erze erforderlich sein. — Das mittlere Roheisenausbringenaus den Tarnowitzer Erzen ist 24 Proc., und da das Roheisen beim Ver-frischen einen Abgang von erleidet, so würde das Stabeisenausbringenauf dem Wege der Roheisenerzeugung noch immer über 17 Proc. be-tragen.
Aus diesem Vergleich beider Methoden geht also hervor, dass dieLuppenfeuer weit unvortheilhafter arbeiten, indem sie 4 1 -2 Proc. Stabeisenweniger aus den Erzen geben und zu jedem Centner Stabeisen 13,66Cubikfuss Holzkohlen mehr verbrauchen. Es ist indess, fügt Karstenhinzu, nicht unwahrscheinlich, dass bei reicheren Erzen das Verhältnissfür die Luppenfeuer günstiger ausfällt.“ Günstiger würde es freilich aus-fallen, aber niemals so günstig, als die mittelbare Methode, besondersnicht, wenn man hierbei statt der Holzkohlen Koks und Steinkohlen ver-wendet.
2. Die Stüekofenwirthsehaft.
Schon in dem Capitel, in welchem die Eisenerzeugung in Indien be-schrieben wurde, ist der deutsche Stückofen angedeutet worden, für wel-chen es übrigens keinen englischen Ausdruck giebt, den man indessenhigh bloomery furnace nennen könnte, da er eigentlich nur ein catalo-nisches Feuer ist, welches aufwärts in Form eines viereckigen oder kreis-runden Schachtes fortgeführt ist. In) Deutschen nennt man ihn wie ge-sagt Stück- oder auch Wolfsofen, weil die erhaltene metallische Masse,welche sich am Boden des Ofens sammelt, Stück oder Wolf heisst.Diese Ofenart giebt den Uebergang der Luppenfeuer zu dem moder-nen Hohofen und der Stückofen ist gewissermaassen die Grenze fürdiejenigen Oefen, in denen noch Schmiedeisen aus Erz producirt wurde;denn sobald die Dimensionen desselben, namentlich seine Höhe, nochmehr vergrössert werden, sind alle Bedingungen zur Bildung von Roh-eisen gegeben, und in der That wurde im Stückofen schon häufig zumAergerniss des Schmelzers mehr oder weniger Roheisen miterzeugt.