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Schmiedbares Eisen aus Erz.
3) Münzerz ( money-ore ) kommt in kleinen, runden münzenähnlichenPlättchen vor, ist dichter als die beiden vorhergehenden Sorten, sein Bruchist ähnlich dem des Perlerzes; es gieht etwa 40 Proc. Eisen.
4) Kuchenerz ( calcc-ore ) wird in Form von runden Kuchen in 2 bis6 Zoll Durchmesser gefunden, ist weich, sehr leicht und dunkelgrau; eswird als sehr arm betrachtet, da es nicht mehr als 25 Proc. Eisen ent-hält und wird in Folge dessen auch selten benutzt; es findet sich aufkiesigem oder thonigem Boden.
5) Pulvererz ( gunpowder-ore) tritt in Körnern auf, deren Farbezwischen grünlich - gelb und glänzend-schwarz schwankt, ist im reinenZustande sehr schwer und kann bis zu 50 Proc. Eisen gehen, welchesfür Giessereizwecke sehr geeignet ist; es hat zur Unterlage einen feinenSandboden, welcher sich zuweilen kaum von dem Erze trennen lässt, so-bald letzteres aus dem Seewasser herausgenommen ist.
Die Seeerze sind stets mit mehr oder weniger Unreinigkeiten ge-mengt, deren hauptsächlichste in Sand besteht, wovon sie zuweilen bis30 oder 40 Proc. enthalten. Der Gehalt an Eisenoxyd, Eisen- und Man-ganoxydul schwankt zwischen 20 und 60 Proc., der an Kieselsäure er-reicht im Durchschnitt 10 Proc., der an Phosphorsäure 0,05 bis 4 Proc.und der von hygroskopischem Wasser 7 bis 30 Proc. An einer Stellefand man Seeerz mit 20 Proc. Mangan. Uebrigens sind genaue Analysennach Svanberg bereits in grosser Zahl Seite 420 und 421 mitgetheiltworden.
Diese Erze werden gewöhnlich in der Nähe von Geröhricliten ge-funden und an den Abdachungen von Untiefen der grösseren und tiefe-ren Seen und bilden Lager von 30 bis 600 Fuss Länge bei 15 bis 45Fuss Breite und 8 bis 30 Zoll Dicke. Niemals kommen sie in star- ,ken Strömungen des Wassers vor. Uebrigens wird nicht dieselbe Va-rietät in dem ganzen Wasserlauf gefunden, als Regel gilt vielmehr, dasssich Pulvererz am Anfang findet, dann Perlerz folgt und schliesslichMünz- und Kuchenerz. Das Seeerz erzeugt sich in kurzer Zeit und esgiebt Beispiele, wo das Erz in Seen, nachdem es vollständig erschöpftwar, nach Verlauf von 26 Jahren zu solchem Grade wieder angehäuftwar, dass es Lager von mehreren Zollen Mächtigkeit bildete. Man kannannehmen, [dass die Erze ihren Ursprung infusoriseher Thätigkeit ver-danken.
Interessant ist die Art der Gewinnung des Erzes im Winter. GegenEnde des Herbstes, wenn die Seen mit 2 bis 3 Zoll dickem Eis bedecktsind, geht der Erzsammler an seine Arbeit. Er macht kleine Löcher indie Eisdecke und senkt eine lange Stange ein, durch welche er sich theilsnach dem Gefühl, theils nach dem Klange überzeugt, ob Erz vorhandenist oder nicht; es erfordert lange Uebung, diese Arbeit mit Erfolg aus-zuführen. Der Erzsammler bemerkt sich die Grenzen des Lagers, welcheser so untersucht hat, mit kleinen in das Eis gesteckten Zweigen und |macht so gewissermaassen seinen Fund zu seinem rechtmässigen Eigen-